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Zitate

In Straßburg befindet sich seit 2001 das Musée Tomi Ungerer - centre international de l'illustration. Die Museumssammlung gründet sich auf eine Schenkung des Künstlers mit einem Teil seines grafischen Lebenswerks (8.000 Zeichnungen, 2.000 Plakate und Grafiken usw.) sowie einer großen Spielzeugsammlung, dem Familienarchiv, Presseartikeln und Fotografien.
Nach langjährigen Vorbereitungen und Verzögerungen wurde am 2. November 2007 in der neoklassizistischen «Villa Greiner» im Stadtzentrum von Straßburg das Tomi-Ungerer-Museum (Musée Tomi Ungerer) eröffnet. Es befindet sich unmittelbar neben dem Nationaltheater. Es ist geplant, die zweite Hälfte der «Villa Greiner» zu einer Sammlung von denjenigen Cartoonisten und Zeichnern auszubauen, deren Werke Ungerer beeinflusst haben.

In mehr als 80 Kinderbüchern hat Ungerer immer einfühlsam und liebenswürdig Partei für die Rechte der Kinder auf Eigenständigkeit, Neugierde und Selbstverwirklichung ergriffen.

Die gleiche Entschiedenheit, mit der er sich für die Bedürfnisse und Interessen der Kinder einsetzt, offenbart Ungerer auch in seinen sexuellen Phantasien und Satiren. Die Radikalität seiner Visionen und Obsessionen wird nur durch die Schönheit seiner Aquarellierung und der Harmonie seiner stets leichten und beschwingten Linienführung gemildert.

  • Das große Liederbuch. Zürich, Diogenes 1975 ISBN 3-257-00947-X
    204 deutsche Volks- und Kinderlieder aus dem 14. bis 20. Jahrhundert mit Originalnoten und -text. Illustriert mit über 150 Bildern von Tomi Ungerer. Er beschwört hier ein mythisches und ideales Elsass mit Feldarbeit, häuslichen Szenen, Landschaften und Dörfern, beeinflusst vom Stile Gustave Dorés, dem Straßburger Maler, Grafiker und Illustrator, sowie vom Grafiker Hansi (Jean-Jacques Waltz) und Ludwig Richter.
  • Heute hier, morgen fort. Zürich, Diogenes 1983, 176 S., ISBN 3-257-02001-5
    als Hörbuch: Hrsg. von Heiner Boehncke und Rainer Wick, 3 CDs mit Booklet, Spieldauer: 3 Std. 15 Min., Zürich, Kein & Aber 2001, ISBN 978-3-0369-1204-2
  • Die Gedanken sind frei. Meine Kindheit im Elsass. Zürich, Diogenes 1993, 142 S., zahlr. Ill., ISBN 3-257-23106-7
    Hommage an sein Elsass in vorwiegend literarischer Form
  • Das große Katzenbuch. Die schönsten Geschichten, Gedichte und Aphorismen. Zürich, Diogenes 1995, 224 S., ISBN 3-257-01009-5
  • Katzen. Zürich, Diogenes 1998, 120 S., ISBN 3-257-02063-5
  • Es war einmal mein Vater. Zürich, Diogenes 2003, 144 S., ISBN 3-257-02080-5
  • Elsass. Das offene Herz Europas. Straßburg, Édition La Nuée Bleue / DNA 2004, 48 S., 40 farb. Abb., ISBN 2-7165-0618-3
  • Vögel. Zürich, Diogenes 2005, 144 S., ISBN 3-257-02082-1
  • Tomi Ungerer und Burkhard Hoellen: Don’t Hope, Cope! – Mut zum Leben, Tübingen, dgvt-Verlag 2006, Gebunden, ISBN 3-871-59100-9

Neben seinem graphischen Werk hat Ungerer auch architektonische Entwürfe konzipiert. Anlässlich der Zweitausendjahrfeier Straßburgs im Jahr 1988 entwarf er ein Denkmalensemble, bei dem ein janusköpfiger Bronzekopf von drei Pfeilern eines römischen Aquädukts überragt wird. Das Aquädukt führt tatsächlich Wasser, das an beiden Enden des Viadukts in ein Bassin fällt. Das Ensemble wird verschiedentlich als „Aquädukt des Janus“ (l'Aqueduc de Janus) oder als Janusbrunnen (Fontaine de Janus) bezeichnet und symbolisiert die durch Deutschland und Frankreich gleichermaßen geprägte Doppelkultur der Stadt. Es befindet sich auf dem place Broglie neben der Opéra du Rhin.

Im Jahre 2002 wurde ein Kindergarten in Karlsruhe-Wolfartsweier nach der Konzeption von Ungerer eröffnet. Die Form des Gebäudes gleicht einer stilisierten Katze, so ist der Haupteingang zugleich auch das Katzenmaul. Auch diese - begehbare - Skulptur widmete er der deutsch-französischen Freundschaft und einer Kooperation „ohne Grenzen“ zwischen Baden-Württemberg und Elsaß.

Auf weniger Gegenliebe stieß Ungerers dritter Ausflug in die Architektur. Zunächst hatte eine Mehrheit des Stadtrats von Plochingen für den Bau einer öffentlichen Toilette gestimmt, die von Ungerer mit einem überdimensionalen menschlichen Hinterteil als Bedachung ausgestattet worden war. Aufgrund von heftigen Protesten seitens der Bevölkerung sah sich der Bürgermeister 2007 veranlasst, Ungerer um eine andere Ausführung zu bitten. Sein zweiter Entwurf ohne Po wurde daher mit großer Erleichterung und allgemeiner Zustimmung aufgenommen und am 15. September 2007 in seinem Beisein eröffnet.

  • Tomi Ungerer über seine Eltern:
    Mein Vater hat sie gezeichnet wie einen Vamp. Und hat sie auch fotografiert. Das hing alles zusammen, alles zusammen. (18. April 2004)
  • Über das Elsass:
    Man muss sich fragen, ob das Elsass nicht direkt vom Mittelalter im Rentenalter gelandet ist, das schneckenhafte elsässische Wesen.
  • Jedoch leidet der Elsässer immer noch unter Unsicherheitsgefühlen und einer zerspaltenen Identität. Was bin ich? Durch das Pendeln zwischen zwei Mächten haben wir genug Zweifel, um gut zu vergleichen. Die Relativität füttert unseren Humor, einen Humor (wie das Jüdische oder Irische) der Minorität. [...] Mein elsässischer Humor hat mir geholfen, meinen inneren Zorn, Ekel und Verdruß zu überwinden und die Menschen zu respektieren und zu mögen, solange sie ihre Arroganz unterdrücken.
    (in: Hornbostel 1999, 7)
  • Über sein Leben:
    Ich war immer an Vögeln interessiert - und auch am Vögeln, beides.
  • Ich habe kein Abitur gehabt. Ich bin sogar per Anhalter nach Karlsruhe gegangen, um zu wissen, ob ich da Mineralogie und Geologie studieren könnte. Nein, ohne Abitur war das nicht möglich. Und jetzt bin ich von der gleichen Universität als doctor honoris causa. Es ist unglaublich.
  • „Meine Satiren waren härter geworden, das konnten die Amerikaner nicht akzeptieren. Ich wurde im Kongress attackiert, wie ich es wagen könne, Kinderbücher mit erotischen Zeichnungen zu machen. Ich habe geantwortet, dass es ohne Sex nun mal keine Kinder gäbe. Danach war ich in Amerika erledigt. Bis vor acht Jahren standen meine Bücher auf der schwarzen Liste [1993]. Seit damals bin ich allergisch gegen Amerika, aber nicht gegen die Amerikaner, schließlich ist meine Frau Amerikanerin.“ (26. November 2001)
  • „Wie kann man mit Hoffnungslosigkeit in der Welt hoffen? Ich trage den Weltschmerz auf meinen Schultern. Diesen kann ich nur besiegen, indem ich aktiv bin. Ich kann sagen, die Hälfte meines Lebens und meiner Arbeit sind für gute Dinge. Man braucht nur krebskranke Kinder in einem Spital zu besuchen. Das sollte jeder Mensch einmal gemacht haben. Jedem Menschen mit einer Depression sollte man sagen: Nein, geh nicht zu einem Psychiater, geh auf eine Station mit krebskranken Kindern. Dann wirst du sehen, was für ein Glück du doch hast.“ (13. Juli 2006)

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