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Unterschiedlichen Quellen zufolge soll das Rieterschloss (Im Schloßhof 2) erstmalig 1288 vom Sohn des Konrad von Kornburg erbaut worden sein, oder bereits vor 1236, wenn man die Schenkungsurkunde an Konrad von Kornburg berücksichtigt, der sich nach eben dieser Burg benannt hat. Die fast ringförmig von einem Wassergraben (im Mittelalter, bzw. vor dem Bau der modernen Kanalisation, war der Graben, aufgrund des hohen Grundwasserstandes, noch mit Wasser gefüllt) umgebenen Gebäude umschließen einen rechteckigen Innenhof. Der Turm schützte den Eingang mit der Zugbrücke auf der Südseite. Vor den Toren des Schlosses befindet sich ein Wirtschaftshof. Im Ostflügel des südlich vom Schloss gelegenen, vollständig umbauten, Wirtschaftshofes wohnten die Amtsboten, Vogler, Gärtner und Tagelöhner. Die Remisen und Stallungen waren ehemals im Westflügel untergebracht. Im angeschlossenen Schlossgarten befand sich ein reicher Baumbestand, ein Sommerhaus und der Burghof. Zur Ortschaft hin öffnete sich die Gesamtanlage durch das äußere Tor, dem Vallettor (Vallet = Abschied).

Im Jahr 1299 kam die Burg / das Schloss, der Ort und das Gericht als Reichspfandschaft an Graf Emicho von Nassau und dann 1364 durch Verkauf an die Burggrafen. 1347 regelte ein Vergleich zwischen Anna Gräfin von Nassau, ihrem Sohn Emicho dem Jüngeren und dem Ritter Heinrich von Kornburg die Besitzverhältnisse. Im Städtekrieg von 1388 wurde die Burg von den Nürnberger Truppen niedergebrannt und unter Stephan von Kornburg bald darauf wiederaufgebaut. Nach dem Aussterben der männlichen Linie „derer von Kornburg“ im Jahre 1404, kam es zu einem Erbschaftsstreit, nach dessen Schlichtung 1405, die Besitzungen an die Witwe Katharina von Hohenfels (geborene von Kornburg) fielen. Im gleichen Jahr wurde sie auch von König Ruprecht mit der Kornburg belehnt. 1422 vererbte sie die Burg ihrer Tochter Anna, die mit Hans von Seckendorff zu Dettelsau verheiratet war. Von Anna von Seckendorff ging sie dann vor 1445 an ihren Sohn Georg von Seckendorff zu Dettelsau, der sich seither zu Kornburg nannte. Wegen der Nutzung der Kornburger Steinbrüche geriet er mit der Reichsstadt Nürnberg in Streit, der 1446 sogar vor dem königlichen Hof ausgetragen wurde. Seckendorff, der wohl ewigen Ärger mit Nürnberg voraussah, verkaufte 1447 die ererbten Reichslehen, darunter auch die berühmten Sandsteinbrüche, an den Nürnberger Patrizier Peter Rieter, der, in zweiter Ehe, mit seiner Tante, Barbara von Seckendorf, verheiratet war. Im Ersten Markgrafenkrieg von 1449 zerstörten die Truppen von Albrecht Achilles die Kornburg und Peter Rieter ließ sie wieder aufbauen. 1450 übergab Peter Rieter seinen Kornburger Besitz der von ihm gegründeten Rieterschen Familienstiftung. Nach dem Erlöschen der Kornburger Linie der Rieter wurde das Stiftungsgut Kornburg um 1502 unter Jörg Rieter von Bocksberg mit der Rieterschen Stiftung Kalbensteinberg vereinigt. Da Jörg Rieter bei Bad Mergentheim lebte, überließ er die Administration und Nutzung von 1517 bis 1585 gegen einen Jahreszins dem Nürnberger Heilig-Geist-Spital. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden 1552 die Burg und der Wirtschaftshof von den Truppen Albrecht Alcibiades gebrandschatzt und in den Jahren 1560–63 aus wirtschaftlichen Gründen eher provisorisch renoviert.

Da dem Administrator Hans Rieter von Kornburg die beengten Wohnverhältnisse im Wohnturm nicht mehr zusagten, ließ er 1607, zu seiner Hochzeit, den sogenannten langen Saal an der Ringmauer errichten. 1614 veranlasste er den Abriss eines Fachwerkgebäudes am Wohnturm und ließ an der Ringmauer ein massives Wohngebäude zwischen Wohnturm und Saal aufbauen. Auch die Vorburg ließ er weitgehend erneuern. Einer Modernisierung der Stallungen folgte um 1608 der Neubau zweier Scheunen und des Amtsknechtshauses und 1613 bis 1615 der Neu- oder weitgehende Umbau des Voithauses, eines Viehstalls mit Personalwohnung, einer Wagenremise sowie eines Backhauses.

Während der Belagerung Nürnbergs durch die Soldaten Wallensteins, die im September 1632 kurz vor dem Abzug aus ihrem Lager an der Alten Veste die Ortschaften auch des südlichen Nürnberger Umlands systematisch niederbrannten, wurden die baulichen Anstrengungen der Familie Rieter weitgehend zunichte gemacht. Alten Aufzeichnungen zufolge wurden in Kornburg insgesamt 83 aus- oder niedergebrannte Gebäude registriert, darunter die Pfarrkirche und das Rieterschloss. Nach Aktenlage des Waldamtes wurde 1682 eine größere Baumaßnahme begonnen. Mit 215 Stämmen Bauholz sollten 1682/83 die Dachwerke der Gebäude in Stand gesetzt werden.

Da sich der Baustil im Laufe der Zeit änderte, wurde das Gebäude, nach den verschiedenen Kriegszerstörungen, erst als Wasserburg, später als Wasserschloss wieder aufgebaut. Der letzte Neubau wurde 1686 abgeschlossen. Aus dem Jahre 1686 stammt auch das, über dem Eingangsportal angebrachte, Allianzwappen des Paul Albrecht Rieter von Kornburg und seiner Gemahlin, einer geborenen Löffelholz, das heute noch erhalten ist.

Mit dem Tod von Johann Albrecht Andreas Rieter von Kornburg am 1753 starb das Geschlecht aus. Gemäß Satzung der Rieter-Stiftung aus dem 15. Jahrhunderts und entgegen dem anderslautenden Testament des letzten Rieter, fiel das Vermögen dem Heilig-Geist-Spital zu. Aufgrund der Proteste des Ritterkantons Altmühl und dem nachfolgenden Rechtsstreit, behielt dieser den Erlös aus der Besteuerung der Güter. Im Gegenzug wurde jeweils ein Mitglied des Nürnberger Rates als Administrator bestellt, der bei der Ritterschaft immatrikuliert wurde. Die Administratoren wurden ausnahmslos von den Haller von Hallerstein gestellt: bis 1763 Burkhard Albrecht, bis 1792 Christoph Joachim und bis 1807 dessen Sohn Johann Sigmund Christoph Joachim Haller von Hallerstein. Die beiden Letztgenannten, verbrachten häufig den Sommer im Schloss Kornburg. Die Spitalverwaltung bezog zwar die Renten des Ritterguts, sparte aber leider am Bauunterhalt der alten Wasserburg.

Der Schlossbesitz wurde bis 1812 von der Stiftungsadministration verwaltet und dann an den Amtsdiener und Pächter des Schlossbauernhofes, Hürrlein, verkauft. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste dieser den Besitz aufteilen. Wegen ungenügender Instandhaltung und Zerstörungen durch Militäreinquartierungen während der Napoleonische Kriege, verfiel das Schloss zusehends, was 1817 zum teilweisen Einsturz des Bergfriedes führte. 1838 war in dem Gebäude eine Papier- und Tapetenfabrik dann eine Tabakspinnerei untergebracht. Ab 1851 diente es als Mietshaus für einkommensschwache Mieter.

Der Nürnberger Antiquitäten- und Kunsthändler und Maler, Heinrich Nüßlein (1879–1947), ersteigerte das Schloss, ließ es 1922–27, sehr frei rekonstruierend, renovieren und den Bergfried wieder errichten um der Anlage wieder ihr altes Erscheinungsbild zu verschaffen. Große Teile des angrenzenden Wohnflügels mit den runden Erkertürmchen sowie die Hoffassaden wurden erneuert. Die historisierende Galerie mit Freitreppe entstammt diesem Umbau. Ein nördlich angebrachter Dacherker mit polygonalem Dach, Pilastern und Schnitzereien aus dem 16.–17. Jahrhundert wurde wahrscheinlich erst um 1925 von unbekannter Stelle hierher geschafft und eingesetzt. Der Bauherr, der sich nicht scheute, auch die historischen Innenräume umzugestalten, nutzte sie für Gemäldeausstellungen. Die Anlage wurde damals auch als „Schloss der tausend Bilder“ bezeichnet. Nach dem Tod von Nüßlein übernahm das Artistenehepaar Mehling das Schloss und verkaufte es 1954 an Frau Ida Volkert. Seit 1981 ist ihr Enkel, Alfred Kraus, der Eigentümer des Anwesens. Er vermietet einige der Räume als Ferienwohnungen.

Der Herrensitz (Kornburger Hauptstraße 16) wurde 1709 als Witwensitz für Sofie Rieter erbaut, kam durch Heirat 1720 an die Freiherren von Seckendorff und 1774 an die Freiherren von Egloffstein. Deren Allianz-Wappen ist über dem Haupteingang zusehen. 1800 mussten die Eggloffstein das Anwesen aus finanziellen Gründen an Privatleute verkaufen und erwarben es 1830 wieder zurück. 1831 kaufte es der Hersbrucker Bauernsohn Georg Seitz und eröffnete es als Gasthaus „Roter Ochse“. 1851 erwarb es die Familie Meßthaler, die die Gastwirtschaft bis in die 1970er Jahre betrieb und das Gebäude bis heute, mit großem Aufwand, erhält. Im Inneren haben mehrere Stuckdecken, vor allem die reich gestaltete Decke des Saales, die Jahrhunderte überstanden.

Der Herrensitz (Kornburger Hauptstraße 29) wurde 1731 durch den Nürnberger Kaufmann Müller erbaut und 1744 von dem Nürnberger Handelsmann Johann Christoph Vargeth erworben (In dessen Nürnberger Anwesen, Johannisstraße 21, hat 1730 König Friedrich Wilhelm mit seinem Sohn, später der Alte Fritz genannt, Quartier bezogen). Nach 1750 wurde auf dem Anwesen das Gasthaus „Zum goldenen Schwan“ eingerichtet. 1770 kauften die Holzschuher von Harrlach das Anwesen. Nach dem Tod von Christoph Johann Sigmund Holzschuher wurde es von den Edlen von Serz erworben und das Herrenhaus wurde „Serzsches Schloss“ genannt. Während des Kanalbaus wurde das Gebäude als Lazaret genutzt. Die Gemeinde Kornburg kaufte das Schloss 1885 um es zu einem Schulhaus umzubauen. Später fand das Gebäude Verwendung als Rathaus und seit 1970 wird es als Gemeindezentrum mit Bürgertreff, Apotheke und Arztpraxen genutzt. Die Ähnlichkeit mit dem Seckendorffschen Freihaus ist nicht zufällig, da der ursprüngliche Bauherr, Tobias Gottlieb Müller, die Pläne des benachbarten Herrenhauses verwendete. Viele Stuckarbeiten und Ausstattungen sind späteren, oftmals missglückten, Renovierungsarbeiten zum Opfer gefallen.

  • Rieter von Kornburg
  • Eingemeindungen in die Stadt Nürnberg
  • Burgen, Schlösser und Herrensitze im Stadtgebiet Nürnberg

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