Die Neusser Alexianer waren eine katholische Ordensgemeinschaft für Laienbrüder in der Krankenpflege, welche sich auch Kongregation der Brüder vom heiligen Alexius nannte. Vom Mutterhaus in Neuss aus, welches ihnen den Namen gab, wurden im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene Filialklöster gegründet. Bei der Ordensgemeinschaft handelte es sich um eine Kongregation bischöflichen Rechtes. Nach einer Fusion im Jahre 1990 mit den Aachener Alexianern besteht sie als eigenständige Provinz weiter.
Wie bei anderen Alexianerklöstern gibt es keine Klarheit über Zeit und Umstände der Gründung. Bereits im Jahre 1301 gab es einen Konvent von Begarden in der Oberstraße (der Neusser Hauptstraße). Im Jahre 1419 wird in einem Dokument ein Begarde namens Peter erwähnt deren Zugehörigkeit [zu der Neusser Begardengemeinschaft, die ihren Sitz später in die Brückstraße verlegt hatte], jedoch nicht nachweisbar ist. Wahrscheinlich kann das Kloster vor das Jahr 1451 datiert werden, da eine Urkunde aus diesem Jahr eine Schenkung an die hier lebenden „willigen Armen“, bezeugt.
Als im Jahr 1483 eine pestartige Krankheit in der Stadt ausbrach, wandte sich der Stadtmagistrat an die Brüder des Kölner Alexianerklosters und bat darum, einige Brüder zur Pflege der Kranken nach Neuss zu senden. Diese arbeiteten in der Folgezeit in den verschiedenen karitativen Anstalten und Stiftungen der Stadt; so im alten Gasthaus und dem Hospital des Quirinusstiftes, in dem bis zu 40 Kranke und Behinderte aufgenommen und ambulant versorgt werden konnten.
Am Donnerstag, dem 26. August 1490 schloss die Stadt Neuss einen Vertrag mit den Celliten, welche durch ihren Generalpater Peter Vanlier vertreten wurden. Der Vertrag, welcher den Konvent erstmals rechtlich absicherte, besagte, dass die Brüder bis dahin zwar "in einem geistlichen Scheine" gelebt hatten, jedoch "ohne Regel oder Orden". Als Konvent des Cellitenordens anerkannt, erlaubte der Stadtrat der Gemeinschaft eine solche "Regel". Sie sah ein Aufsichtsrecht der Stadt vor, so dass die Brüder in "generellen Sachen" nur unter "Wissen, Willen und Konsens" der städtischen Obrigkeit handeln durften. Im Gegenzug überließ die Stadt der Gemeinschaft weiterhin das von ihr bereits bewohnte Haus in der Brückstraße, welches aber der Stadt "zugehörte und erblich bleiben sollte".
Der Personalbestand des Klosters wurde auf nicht mehr als acht Brüder beschränkt, wobei es im Laufe der Jahrhunderte wohl selten mehr als sieben waren (1723 sind zehn Brüder überliefert). Ein "Bruder, der nicht bequem wäre", konnte zwar "verschickt" werden, doch musste dafür die Zustimmung der städtischen Behörden eingeholt werden. Ihre Tätigkeiten sollten darin bestehen, sich der "Nöte" der Menschen anzunehmen, sie auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten und zu beerdigen.
Sollten die Brüder "in Punkten des Vertrages versäumlich sein", so konnte die Stadt ihnen die Nutzungsrechte des Hauses entziehen, womit sie Unterkunft und Aufenthaltsrecht in der Stadt Neuss verloren hätten. Die kleine Klostergemeinschaft unterstand somit gänzlich der städtischen Autorität und Kontrolle. Hierzu gehörte die Überprüfung der Einkünfte und Ausgaben wie die Aufsicht über die Vermögensverwaltung des Klosters. Ferner musste die Stadt den Pater des Hauses bestätigen.
Der Vertrag schuf die notwendigen Bedingungen zur Lebensfähigkeit der Gemeinschaft, welche in freiwilliger Armut und tätiger Nächstenliebe ihre christliche Vollkommenheit zu verwirklichen suchte. Sie hatten weder ein eigenes Haus noch irgendwelche Einkünfte, sondern bestritten ihren Lebensunterhalt allein durch Betteln, Almosen und Geschenke. Sie konnten das ihnen zugewiesene Haus unentgeltlich nutzen und bekamen ihre Aufgaben in der städtischen oder privaten Fürsorge zugewiesen; wofür sie mit Naturalien oder Geld entlohnt wurden.
Vierzehn Jahre nach Vertragsabschluss wurde der Plan zum Bau einer Kapelle umgesetzt, die auch ein Türmchen mit einer Glocke besaß und dem Heiligen Alexius geweiht war.
1531 erhielten die Brüder erstmalig eine Stiftung zur Errichtung eines Offiziums. Der Stifter stellte einen Geldbetrag zur Verfügung, damit ein Geistlicher, der Offiziant, viermal in der Woche ab 7.00 Uhr in der Klosterkirche die Heilige Messe feiern sollte. Die Stiftung umfasste ein Haus und einer Erbrente. Starb der Offiziant, sollten Bürgermeister und Rat der Stadt das Amt mit einem Kleriker aus der Stifterfamilie neu besetzen. Dieser musste innerhalb eines Jahres die Priesterweihe empfangen und dem Prior der "Regulierten Chorherren" benannt werden, der die förmliche Investitur durchführte. Sollte es keinen Verwandten des Stifters geben, so sollte das Amt an einen "qualifizierten" Neusser Bürger oder - falls ein solcher nicht vorhanden sei - an einen "Fremden" vergeben werden.
Um diese Zeit, jedenfalls noch vor 1535, übernahmen die Brüder, neben ihrer gewohnten Tätigkeit, das "Spendhaus", wo sie an 20 arme Bürger der Stadt Brot, Bier und manchmal auch Geld austeilten. Für die nächsten Jahrzehnte fehlen weitere Zeugnisse. Erhebliche Zerstörungen erfolgten im Jahr 1586, als im Zuge der Belagerung der Stadt im Truchsessischen Krieg Neuss fast völlig dem Feuer zum Opfer fiel.
Zu diesem Zeitpunkt scheinen sie jedoch auch nicht so finanzkräftig gewesen zu sein, dass sie ohne Schwierigkeiten ihr Heim hätten wieder aufbauen können, denn als die Kapelle im Jahre 1604 immer noch kein Dach hatte, bat der Pater den Stadtrat um eine finanzielle Beihilfe und schon am 22. Juni 1607 erhielten sie, da sie ja von Köln aus begründet wurden, das Recht innerhalb des Kölner Stadtgebietes Almosen zu sammeln, so dass Ende des Jahres 1608 ihre Kapelle endlich neu geweiht werden konnte. Einige Jahre später kam es erstmalig zu Auseinandersetzungen zwischen dem Orden und der Stadt, welche 1634 die Gemeinschaft zur Wahl eines Paters aufforderte und diesen auch kurz darauf ernannte oder bestätigte. Man hatte scheinbar mit der Passivität des Provinzials gerechnet, welcher nun jedoch Einspruch einlegte, da der benannte Bruder Hermann über Jahre hinweg "untüchtig" gewesen sei. Nach längeren Verhandlungen mit dem Stadtrat von Neuss, welcher den Kölner Pater zur Sendung eines Vorstehers und zwei weiterer Brüder aufforderte, wurde Bruder Godert von Hittorff aus Köln als neuer Pater nach Neuss entsandt. Offensichtlich legten sich schon bald wieder die Wellen, den wenige Jahre später, 1637, erhielten sie das alleinige Begräbnisrecht, mussten aber den Totengräbern, sollte der Stadtrat welche einstellten, dass nötige Werkzeug stellen. Im gleichen Jahr wurde Bruder Klaes, da er sich "widerspenstig" verhielt, auf Veranlassung des Paters von einem Stadtdiener ins Gefängnis gesperrt. Es gelang ihm jedoch auszubrechen. Seit 1639 mussten sie auf Anweisung des Stadtrates an Sonn- und Feiertagen, sowie in der Fastenzeit zusätzlich mittwochs und freitags, dem Quirinusstift die Glocken Leuten, wofür sie aber entschädigt werden sollten. Zwei Jahre später zeigte sich, dass sich an der personellen Situation von 1634 nicht viel geändert hatte, da man das Amt des Pater mit dem Bruder Hermann Student erneut aus Köln fremdbesetzte. Im November 1644 überließen die Brüder dem Pfarrer von St. Quirinus, dessen Haus von den Hessen besetzt worden war, zwei Zimmer in ihrem Klösterchen. Dies zeigt, dass ihr Haus einigermaßen wohnlich gewesen sein muss, da der hohe Herr sicherlich nicht jedes Etablissement bezogen hätte. Nachdem sie ihr Kloster durch den Erwerb der umliegenden Häuser und Grundstücke bis 1650 erweitern konnten, brach am 19. Mai 1655 in ihrem Haus ein Brand aus, der den größten Teil des Klosters, wie auch die Kapelle, in Asche legte. Auch wenn ihre Finanzen nicht Rosig waren, blieb ihnen nichts anderes übrig als einen Neubau zu errichten, dessen Bezahlung sie jedoch nur aus einem Verkauf von 12 Morgen Ackerland und eifriges Betteln vornehmen konnten. Doch muss es rasch vonstatten gegangen sein, denn der Mainzer Weihbischof Petrus von Walenburg weihte die Kapelle bereits am 22. September 1658 zu Ehren des heiligen Alexius und des heiligen Augustinus. In den Hochaltar ließen sie die Reliquien des heiligen Märtyrers Leodegarius und der Märtyrer der thebäischen Legion ein, welche sie, wie auch einige Reliquien der heiligen Ursula und einen Hochalter (Triptychon), aus dem Kölner Alexianerkloster als geschenkt erhalten hatten. Nachdem es 1666 zu einer vertraglichen Neuregelung ihrer Einkünfte kam, erlaubte ihnen die Stadt im Jahre 1676 für die Bürger das Malz zum Brauen herzustellen. Auf dieses Recht mussten sie, wohl auf das Drängen der Brauerzunft, jedoch 1714 wieder verzichten, wofür man ihnen dann aber eine jährliche Entschädigung zuteil werden ließ.
Als die Stadt längere Zeit ihren Verpflichtungen gegenüber dem Kloster nicht nachkam und die Brüder sich deshalb weigerten ihre Dienste zu verrichten, spitzte sich die Angelegenheit soweit zu, dass der Magistrat ihnen 1694 sogar mit der Ausweisung drohte. Hierauf prozessierten sie vor dem Offizial in Köln gegen den Stadtmagistrat und gewannen den Prozess. Als es dann jedoch schon bald erneut zu Streitigkeiten mit der Stadt kam, wurde 1714 eine vertragliche Neuregelung ihrer Einkünfte vorgenommen. Es dauerte nicht allzu lang, da nahm das Kloster erneut die Hilfe der Stadt in Anspruch. Denn als im Jahre 1727 der Pater des Klosters, Bruder Wilhelm Schwan, klosterflüchtig wurde, verfolgten ihn die städtischen Behörden auf Veranlassung der Gemeinschaft bis nach Krefeld. Von dort hatte er sich jedoch bereits in die Niederlande abgesetzt und sich somit ihrem Zugriff entledigt. 1745 kam es durch das Testamen von Frau Elisabeth Willems zur Errichtung eines zweiten Offiziums an der Klosterkapelle. Wie schon das erste, so konnte auch dieses als titulus ordinationis, also als Weihetitel, fungieren und verpflichtete den Inhaber, neben den gewöhnlichen Aufgaben, zur Abhaltung der "Sonntagsschule". Wegen der wachsenden Anzahl von psychisch Kranken und Pensionären musste das Hospital des Klosters im Jahre 1754 noch einmal erweitert werden, so dass nun ein rechteckiges Kloster mit Kapelle, wie auch ein Hospital mit Innenhof und Gärtchen dastand. Im Verlauf der Französischen Revolution wurde der Gemeinschaft 1798 verkündet, dass sie zukünftig weder Novizen aufnehmen, noch Gelübde ablegen durften. Der Konvent, welcher seit jeher auf einer eher bescheidenen wirtschaftlichen Basis lebte, litt auch unter religiösen Mängeln, was durch die Wirren der Zeit sicherlich noch verstärkt wurde und in einer Visitation durch den allzu engen Kontakt der Brüder mit vielen Familien und dem persönlichen Besitz der einzelnen, angeprangert wird.
Nachdem das Kloster 1802 der Hospitienkommission unterstellt wurde und im Jahre 1813 durch den Bischof von Aachen neue Statuten erhielt, zählte es im Herbst 1826 nicht mehr als sechs Brüder, wovon vier sehr alt oder aber Kränklich waren. Die Jahreseinkünfte des Klosters, welches nur drei Brüder ewiger Gelübde zählte, betrug 1.957 Thaler (Grundgeld 2 Thaler, Kapitalzinsen 2.276 Thaler, Pachtgelder 79 Thaler, Kostgelder 1.600 Thaler). Konsistorialrat Jakob Poll gab dem Erzbischof von Köln zur Auskunft, dass der Pater des Hauses, Alexius Schauw, ein wohl gutwilliger Mann, doch ohne Umsicht und Energie, sei. Die Tätigkeit der Brüder konzentriere sich hauptsächlich auf die Verwahrung Geisteskranker zu einem niedrigen Lohn, eine Arbeit für die sie aufgrund mangelnder Vorbereitung keine Qualifikationen besäßen. Den ambulanten Krankendienst versähen sie dagegen kaum noch. Als Erzbischof Ferdinand August von Spiegel das Kloster, welches er als Anstalt betrachtete, im Sommer 1826 besuchte schrieb er: "dass sie ganz aus den Fugen" geraten sei und "fast nichts mehr leistet". Um den Zustand des Hauses zu heben erwog der Erzbischof die Einführung der Konstitutionen der Kölner Alexianer und die Gelübdeerneuerung. Kurz bevor Spiegel sich zur Reorganisation des Klosters mit der Regierung in Düsseldorf in Verbindung setzte drohten die Brüder, anlässlich eines ärgerlichen Zwischenfalls mit einem ihrer Pensionäre, das Kloster zu verlassen. Wenn dies der Regierung auch kein großer Verlust zu sein schien, so wünschte der Erzbischof das Kloster jedoch unbedingt zu erhalten. 1829 wurden ihnen die Kölner Statuten in modifizierter Form übergeben und die Abhängigkeit, denn offiziell waren sie bis dahin noch eine Filiale der Kölner Brüder, gelöst. Auf Wunsch der Regierung sollten die Brüder den Beerdigungsdienst nur noch in Ausnahmefällen übernehmen und sich stärker in der ambulanten Krankenpflege betätigen. Auch verpflichteten sie sich zu den Gelübden von Gehorsam und Keuschheit, wenn auch nur auf je fünf Jahre, und erhielten wieder das Rechten über die Aufnahme von Kandidaten und die Bestellung von Vorsteher und Ökonom selbst zu entscheiden. Die Aussteuer zum Klostereintritt sollte zwischen 100 und 200 Thalern liegen, wobei die erste Hälfte bereits beim Eintritt, die zweite jedoch erst bei der Gelübdeablegung zu entrichten war. Da die Brüder nicht zur Einhaltung der Armut verpflichtet waren bezogen sie ein persönliches Gehalt durch die Hospitienkommission. Abgesehen davon, dass sie sich hier und da den Vorwurf zu sehr in die eigene Tasche zu arbeiten gefallen lassen mussten, führte dies zu mancherlei Streitigkeiten innerhalb der Kommunität. Trotz aller Bemühungen des Erzbischofs entwickelte sich der Konvent kaum über seine alten Gepflogenheiten hinaus und auch der erhoffte Nachwuchs blieb aus. Die einzige Weiterentwicklung war die 1831 erworbene Eigenverwaltung der Finanzen, die Hospitalkommission beschränkte sich damit sie zu beaufsichtigen, worin sie seit 1836 durch den Erzbischof abgelöst wurde. Nachdem man 1837 das Hospital noch einmal erweitert hatte, wurden die Auseinandersetzungen um den Oberen, Pater Albert Bollig, im Konvent seit 1848 immer schärfer, so dass dieser auf Vorschlag einiger Brüder im Oktober 1849 durch den Vikar Matthias Josef Schumacher ersetzt wurde. Schumacher sah die Ursache der Zerwürfnisse in einer zu großen Freiheit, welcher die ungebildeten Brüder nicht gewachsen seien. Einen weiteren Grund sah man in der zeitlichen Begrenzung der Gelübde, wie auch im persönlichen Besitz der einzelnen. Nachdem im Herbst des Jahres 1853 Gemeinschaftsexerzitien gehalten wurden, sprach sich die Kommunität für eine gemeinsame Kasse, wie auch die ewigen Gelübde aus und wünschte sich anstelle des Ordensfremden Schumacher einen Vorsteher aus den Reihen der Brüder. Doch als Schumacher im Juni 1855 Neuss verlassen hatte konnte man sich an Reformwünsche nicht mehr erinnern, denn als es 1863 noch einmal zur Abstimmung über die Ablegung der Ewigen Gelübde kam, sprachen sich drei Brüder dafür und fünf dagegen aus. Obwohl man noch 1855 das Hospital auf etwa 35 Pflegeplätze erweitert hatte, legte Pater Alexius Böcker am 25. April 1868 den Grundstein zu einem neuen Kloster vor dem Obertor. Noch am 8. Oktober des Jahres konnte sich die Klostergemeinschaft durch eine Zahlung von 2.000 Thalern von der wirtschaftlichen Oberaufsicht der Stadtverwaltung lösen, welche nun zwar jeglicher Rechtsansprüche gegenüber dem Kloster verzichten wollte, diese aber dann doch erst im Jahre 1893 endgültig aufgab. Der neue Klosterbau, welcher ca. 50.000 Thaler kostete und Platz für 100 bis 120 Kranke bot, wurde am 10. November 1869 eingeweiht und durch sieben Professbrüder, drei Novizen, einen Aspiranten, vier Pensionäre und 50 Geisteskranke bezogen. Durch die Wirren des Kulturkampfes wurde der Gemeinschaft noch im gleichen Jahr die Aufnahme neuer Mitglieder untersagt. Der im Jahre 1870 zehn Mitglieder zählende Konvent zog sich nun immer weiter aus dem Beerdigungswesen zurück und beschränkte sich endgültig auf die Anstaltspflege. Doch trotz aller äußeren Fortschritte kam die innere Reform kaum voran. Im April/Mai 1880 wurde durch den Erzbischof die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Kapelle erteilt, welche bereits am 17. Juli 1881 eingeweiht werden konnte und nicht weniger als 46.521 Mark gekostet hatte. 14 jahrelang war es dem Kloster untersagt gewesen neue Mitglieder in seine Reihen aufzunehmen, als 1883 endlich wieder sechs Aspiranten aufgenommen wurden. Nachdem im folgenden Jahr das Noviziat auf zwei Jahre verlängert wurde, ordnete Kardinal Krementz 1885 an, dass neue Brüder nur noch gegen das Versprechen der evangelischen Armut aufgenommen werden dürften, so dass sich die Gemeinschaft bereits im Jahre 1886 für die erneute Einführung der ewigen Gelübde entschied und der Erzbischof von Köln das Gelübde der Armut 1888 pflichtmäßig anordnen konnte. Noch im selben Jahre gründeten sie in Berlin-Weißensee ihr erstes Filialkloster, so dass im Mutterhaus 12 und in der Filiale fünf Brüder lebten. 1892 traf die Genehmigung des Regierungspräsidenten zur Erweiterung der Anstalt ein, so dass man sofort mit dem Bau eines Südflügels, welchen man bereits im Mai 1893 beziehen konnte, und. der Erweiterung des Nordflügels begann.
Nachdem man am 21. Juni 1902 zur Errichtung eines Filialklosters in Düren entsandt hatte, wurde zwei Jahre später das Marianische Offizium eingeführt. Im 1. Weltkrieg kämpften 47 Brüder an der Front, drei waren in Feldlazaretten tätig, sieben sind gefallen, andere kehrten erst nach zwei oder drei Jahren aus der Gefangenschaft zurück. Im Mutterhaus aber begann man nach Kriegsende, genauer gesagt 1925, den Mitteltrakt aufzustocken und im Dachgeschoss eine Klausur mit dreißig Zimmern einzurichten. Ein Novum, waren doch bis dahin die Zimmer der Brüder überall im Krankenhaus verteilt. Die größten Errungenschaften dieses Jahres lag jedoch in der erhaltenen Genehmigung zur Einrichtung einer Krankenpflegeschule und eines Ordenseigenen Friedhofes auf dem Klostergelände, wohin man 1953 die auf dem städtischen Friedhof ruhenden Mitbrüder überführte. Schon 1932 wurde der Mittelbau des Mutterhauses erweitert und neben dem Refektorium auch eine neue Brüderklausur, nun mit 37 Zimmern, errichtet. Bereits im Januar des Jahres hatte man eine "Dauerbetstunde" zwischen 4.30 Uhr und 19 Uhr eingerichtet, wo in stetem Wechsel wenigstens einer der Brüder vor dem Allerheiligsten stille Anbetung halten sollte. Im Oktober musste man die jüngst erst errichtete Niederlassung in Patschkau aufgeben, welche nun die Neusser Augustinerinnen übernahmen. Bereits 1934 folgte mit Barmen-Rittershausen die nächste Schließung einer Filiale, da der Ordensnachwuchs langsam aber stetig zurückging und ein Aufrechterhalten der, wenn auch erst vor Kurzem begonnen Aktivitäten nicht mehr möglich war. Als im Jahre 1939 die Rektoratsgemeinde St. Konrad errichtet wurde, sollte diese vorübergehend in der Klosterkirche der Alexianer ihre Unterkunft finden. In Anbetracht der Tatsache, dass die Kirche in Jahrhunderten rechnet war es wirklich ein kurzer Aufenthalt, den bereits 1955 konnte die Gemeinde in ihre eigene Kirche umziehen. Da der zweite Weltkrieg die Gemeinschaft in personelle Probleme brachte, war man für jede Hilfe dankbar. So fanden 1941 die Johannesschwestern aus Leutesdorf, deren Häuser von der Gestapo beschlagnahmt worden waren, vorübergehend eine Unterkunft im Mutterhaus der Neusser Alexianerbrüder. Als zwei Patienten am 26. Juni 1944 im Garten eine brennende Stabbrandbombe fanden, ging zufällig Bruder Nikolaus Rötzer des Weges. Er kam sofort hinzu, entriss den beiden die Bombe, welche auch bereits zündete, als er diese wegwarf. Durch die Splitterwirkung verlor er den Daumen und drei Finger der rechten Hand und verstarb am 6. Januar 1945. In der Nacht zum 24. September 1944 zerstörte ein Luftangriff die Kirche und das Hauptportal bis auf die Grundmauern. Auch der Ostflügel, die Frontgebäude und die Ökonomie wurden schwer beschädigt. Als im November das St. Josef-Krankenhaus der Neusser Augustinerinnen bei einem Luftangriff schwer beschädigt wurde, fanden über 130 Patientinnen Zuflucht. Doch der Krieg hatte für das Haus noch eine böse Überraschung zur Hand, als bei einem Großangriff im Dezember alle Dächer des Krankenhauses verbrannten. Ein Bruder und drei Patienten kamen ums Leben. Auch wenn bei Kriegsende zehn Brüder gefallen und das Mutterhaus fast gänzlich zerstört war, so war der Wiederaufbau 1946 bereits soweit fortgeschritten, dass man wieder 300 Patienten im Hause betreuen konnte. In den Jahren 1949/50 bemühte sich der Generalobere, Pater Ignatius Franz, in Rom die Erhebung der Gemeinschaft zu einer Kongregation päpstlichen Rechtes zu erreichen. Der Versuch scheiterte. Auch die Gedanken an eine Vereinigung mit den Aachener Alexianern kamen an den Verlustängsten der Eigenbestimmung zu Fall. 1950 kamen die Herz-Jesu-Schwestern vorübergehend ins Haus. Sie wurden aus Breslau vertrieben und hatten bereits in 16 anderen Klöstern um eine Unterkunft gebeten, doch keine Gemeinschaft hatte sie aufgenommen. Die Brüder jedoch fanden sich sofort bereit ihnen Unterkunft zu gewähren. Nachdem 1958 bereits die neue Klausur bezogen wurde, konnte am Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 1959 die neue Klosterkirche durch Weihbischof Joseph Ferche eingeweiht werden. 1966 zählte der Konvent im Mutterhaus noch 42 Brüder. Am 8. November 1967 schlossen sich die letzten vier Kölner Alexianer, welche im Haus zur Mühlen in Siegburg lebten, der Neusser Kongregation an. Im folgenden Jahre wurde der Konvent in Berlin aufgelöst. Einzig Bruder Bernardin Sefke blieb bis zum Schluss in der ehemaligen DDR. Nachdem die Aachener Elisabethinnen ihre Filiale in Düren aufgrund des Nachwuchsmangels aufgeben mussten, kamen sie 1975 auf Bitten der Brüder nach Neuss. Hier wirken sie bis heute und werden auch nach ihrem Ableben auch auf dem Klosterfriedhof der Brüder beigesetzt. Ende der 60er Jahre scheinen nicht unerheblichen Spannungen innerhalb der Ordensgemeinschaft aufgetreten zu sein, denn 1969 sah sich der Generalobere, Bruder Ignatius Franz, genötigt zurückzutreten, damit „wieder Ruhe und Frieden“ in sie einkehren. Sein Nachfolger, Bruder Erhard Flotzinger, reiste 1974 als Beobachter zum Generalkapitel der Aachener Alexianer nach Amerika. Ein erster Schritt zur Aufnahme engerer Beziehungen, der zu dieser Zeit verhältnismäßig überalterten Kongregation, welche 1984 achtzehn und 1987 noch fünfzehn Professbrüder zählte. Wohl auch in Folge der Altersstruktur, fusionierte die Kongregation der Neusser Alexianerbrüder, welche eine Kongregation bischöflichen Rechtes war, im Jahre 1990 mit der päpstlichen Kongregation der Aachener Alexianer. Seitdem bilden die Häuser der ehemaligen Neusser Alexianer, die Ordensprovinz zum heiligen Josef. In Folge dessen musste der Generalobere Pater Wunibald Gillhaus CFA seine reguläre Amtszeit als Bruder Provinzialoberer zu Ende führen. Dem früheren Generaloberen waren zwei Generalassistenten zur Seite gestellt, dem heutigen Provinzialoberen drei Provinzräte. Das Noviziat der Neusser Alexianer welches sich seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in Siegburg befand, wurde 1994 mit dem Noviziat der Aachener Provinz zu einem gemeinsamen Noviziat vereinigt. 1996 eröffnete die Ordensgemeinschaft eine Armenküche, ein Jahr darauf wurde mit dem Neubau eines Klausurgebäudes begonnen, und konnte zwölf Monate später bezogen werden. Von den Brüdern war zu dieser Zeit keiner mehr in der Krankenpflege tätig. Gleichwohl übernahm die Provinz St. Josef Trägerschaften über Krankenhäuser in den neuen Bundesländern, so z. B. in Dessau-Roßlau, Wittenberg und Potsdam. Nach einem kontinuierlichen personellen Niedergang, während der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es keine Neueintritte, erlebte die Gemeinschaft in den letzten Jahren dieses Jahrhunderts noch einmal einen relativen Zuwachs an Eintritten. Durch die Priesterweihe einer der Brüder im Jahre 1999 brachen die Brüder der Neusser Provinz mit einer jahrhundertewährenden Tradition welche besagte, das Kleriker als Mitglieder der Kongregation abzulehnen seien. An der Schwelle zum dritten Jahrtausend zählte die Provinz St. Josef acht Brüder und drei Novizen, im Jahre 2003 nurmehr noch sieben Brüder. Im Jahre 2004 hat das Generalkapitel der Kongregation die Vereinigungen der Alexianerprovinzen Aachen und Neuss für das Jahr 2008 beschlossen, so dass die kommenden Jahre von einer intensieven Vorbereitung geprägt waren. Seit 2008 ist der Konvent eine Filiale der deutschen St. Alexius-Provinz, deren Sitz in Aachen ist.