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Einzelnachweise

Neckermann ist heute – nach dem europäischen Marktführer Quelle GmbH und dem Hamburger Otto-Versand – der drittgrößte Universalversender Deutschlands und der fünftgrößte Europas. Im Jahr 2004 beschäftigte das Unternehmen in Deutschland rund 5.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete hier 1,2 Milliarden Euro, weitere 1.800 Mitarbeiter waren in diesem Jahr in den Tochtergesellschaften im europäischen Ausland tätig. Der Hauptkatalog Frühjahr/Sommer wurde Anfang 2005 sieben Millionen Haushalten zugestellt, 2003 wurden mit 16 Millionen Warensendungen 137.000 verschiedene Artikel verschickt.

Neben der Zentrale in Frankfurt-Fechenheim, in der rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, betreibt Neckermann in Deutschland das Logistikzentrum Heideloh in Großzöberitz, einem Stadtteil von Zörbig in Sachsen-Anhalt, das 1995 eröffnet wurde und als Kommissionier- und Versandlager dient. Seit 2000 ist auch das firmeneigene Call Center hier untergebracht.

Daneben gibt es in Deutschland zehn weitere Logistik-Zentren, die gemeinsam mit dem konzerneigenen Schwesterunternehmen Quelle genutzt werden. Vor dem Hintergrund eines Liquiditätsengpasses Ende 2004 verkaufte die Muttergesellschaft Arcandor AG zum 1. Juli 2005 zu einem Kaufpreis von rund 200 Millionen die Groß- und Stückgutlager der Versandhandelsunternehmen Quelle und Neckermann sowie die Zuständigkeit für die Auslieferung der dort gelagerten Waren (wie z.B. Möbel oder große Elektrogeräte) an die Endkunden an die DHL. Die Logistikgeschäfte beschäftigten bis dahin rund 3.700 Mitarbeiter und erzielten einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro jährlich.

Der Arcandor-Konzern will sich auch in Zukunft verstärkt auf das Warenhausgeschäft konzentrieren, so dass der Verkauf weiterer Versandzentren im Gespräch ist. Die Neckermann-Zentrale an der Hanauer Landstrasse wurde am 1. Oktober 2007 bereits an die englische Immobilienentwicklungsgesellschaft SEGRO verkauft.

Neckermann besitzt daneben in Europa zahlreiche Tochterunternehmen:

  • In den Niederlanden wurde Neckermann 1967 aktiv, zunächst in Kooperation mit der 1938 gegründeten Textielcentrale Hulst. Am 16. August 1968 übernahm Neckermann das finanziell angeschlagene Unternehmen. Vom ersten, 164-seitigen niederländischen Neckermann-Katalog wurden rund 175.000 Exemplare verschickt, heute ist er 1.100 Seiten dick und erscheint in einer Auflage von 1,2 Millionen. Neckermann hat in den Niederlanden zwei Niederlassungen: Neckermann Shopping in St. Jansteen (Gemeinde Hulst) und die Neckermann Nederland B.V. in Terneuzen.
  • Ebenfalls 1968 wurde die Neckermann S.A. in Straßburg, Frankreich, gegründet, sie hat heute ihren Sitz im elsässischen Schiltigheim.
  • In Österreich übernahm man zum 1. März 1994 die Versandsparte der Kaufhauskette Kastner & Öhler in Graz. Das Unternehmen wurde 1997 in Neckermann Versand Österreich AG umbenannt.
  • In der Schweiz wurde zum 1. Januar 2003 die Neckermann Versand AG mit Sitz in St. Gallen gegründet. Seit 1. Oktober 2007 firmiert die Gesellschaft unter dem Namen neckermann.ch AG und unterstreicht die Ausrichtung als Online-Versender in der Schweiz.
  • In Belgien ist der Name Neckermann mit der Neckermann C.C.N.V. in Temse vertreten.
  • Darüber hinaus weitete Neckermann seine Aktivitäten in den letzten Jahren in Osteuropa aus. In Serbien und Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Slowenien und Kroatien sind die Tochtergesellschaften bereits Marktführer, in der Slowakei und in Tschechien ist Neckermann die Nummer zwei im Versandhandel. 2005 kamen Niederlassungen in Russland, Estland, Lettland und hinzu.

Neben dem traditionellen Vertriebsweg über den Neckermann-Katalog stieg man auch in den elektronischen Handel ein. Über die seit 1995 bestehende Internetpräsenz mit Online-Shop wuchs die Anzahl der Bestellungen über das Internet in den letzten Jahren stark an: 2004 wurden bereits 19 Prozent des Bestellwerts der Neckermann Versand AG über das Internet erzielt. Neckermann.de ist damit einer der größten Online-Shops in Deutschland. Über den Shop können Kunden jeden Katalog-Artikel bestellen, darüber hinaus sind Informationen zu über 100.000 Artikeln online verfügbar.

Die Vertriebsplattform Online-Shop soll künftig verstärkt werden, was auch in der für 1. Januar 2006 vorgesehenen Umbenennung des Unternehmens in neckermann.de zum Ausdruck kam, wie Konzernchef Thomas Middelhoff am 15. November 2005 in Frankfurt ankündigte: „Nach 55 Jahren Erfolg unter dem Namen 'Neckermann' reagiert das Unternehmen auf neue Vertriebsformen” und der „Online-Handel ist der Weg zu künftigem Wachstum und Gewinn”. Die neckermann.de GmbH ist nun auf dem Weg zur eDriven Company.

Mit Neckermann.TV bietet das Unternehmen seit 28. Oktober 2005 eine sogenannte „Online-Show“ an. In der von Thomas Gottschalk moderierten Werbesendung werden Prominente interviewt und gleichzeitig durch passende Weblinks Neckermann-Produkte beworben.

Die Neckermann Versand AG ist neben der Quelle AG eines der beiden großen Universalversandhäuser und 100%-iges Tochterunternehmen des Arcandor-Konzerns. Beide zusammen hatten im Jahr 2004 – einschließlich Tochterunternehmen im In- und Ausland – 22.278 Mitarbeiter (2003: 22.966, 2002: 22.989), versandten 1.081 Kataloge in einer Gesamtauflage von rund 1,5 Milliarden Exemplaren und erzielten einen Umsatz von 5,92 Milliarden €, was einem Marktanteil von 30 % entspricht. Den Spezialversand hinzugerechnet, erwirtschaftete der Unternehmensbereich Versandhandel 52,5 % des Gesamtumsatzes der Arcandor-Gruppe.

Seit dem Jahr 2002 haben die Aktiengesellschaften Quelle und Neckermann einen gemeinsamen Vorstandsvorsitzenden. Ab 1. Januar 2002 war dies Christoph Achenbach, er löste Werner Piotrowski an der Spitze von Neckermann ab. Nachdem Achenbach 2004 Vorstandsvorsitzer des Arcandor-Konzerns wurde, übernahm Arwed Fischer zum 1. April 2004 die Führung von Quelle und Neckermann, wurde aber, nachdem Achenbach im April 2005 den Konzern verließ, von Harald Pinger abgelöst.

Seitens der Konzernführung wird immer wieder betont, dass beide Unternehmen als eigenständige Marken im Versandhandel bestehen bleiben. Andererseits brach der Umsatz des Konzerns im Unternehmensbereich Versandhandel 2004 um 9,5 % ein, der Umsatzrückgang setzte sich im darauf folgenden Jahr fort. Als Konsequenz kündigte die Konzernführung von Arcandor im November 2005 an, dass bei Neckermann Versand bis Ende 2007 in Deutschland 337 Stellen abgebaut werden.

Neben anderen Aktiengesellschaften des Konzerns wurden zum 1. Januar 2006 sowohl Neckermann als auch Quelle in Deutschland jeweils in eine GmbH umgewandelt, seither firmiert die Neckermann Versand AG in Deutschland als neckermann.de GmbH. Gleichzeitig wurde Marc Oliver Sommer neuer Vorstand des Geschäftsbereichs Versandhandels der Arcandor AG. Zudem wurden in der neckermann.de GmbH Bernhard Oppenrieder und Harald Gutschi als Geschäftsführer eingesetzt.

Am 28. November 2006 wurde bekannt, dass sich Arcandor von neckermann.de trennt, um sich auf sein eigenes Kerngeschäft zu konzentrieren. Neckermann.de wird entweder verkauft oder geht an die Börse.

Am 1. März 2007 hat neckermann.de ein neues Mitglied der Geschäftsleitung präsentiert. Torsten Waack gehört ab sofort zur Geschäftsleitung der neckermann.de GmbH. Er ist für den Bereich E-Commerce / Vertrieb / Marketing zuständig. Gleichzeitig wurde bekannt das Harald Gutschi das Unternehmen aus privaten Gründen verlässt und sich in Österreich einer neuen Aufgabe widmet.

Ende 2007 hat Arcandor ohne Kaufpreis 51 % der Anteile an neckermann.de an Sun Capital "verkauft". Neuer Sprecher der Geschäftsführung ist seit 2008 Martin Lenz.

Ende Juni 2008 gab Neckermann bekannt, dass in der Schweiz kein Katalog mehr erscheinen wird, sondern neckermann.ch als reiner Internet-Versender agieren wird. Es handelt sich um einen auf zwei Jahre angelegten Test, um die Internet-Strategie des Unternehmens zu verifizieren. (Pressemeldung vom 25. Juni 2008)

Am 1. Dezember 2008 wurde bekannt, dass die Neckermann-Führung den Aufsichtsrat gebeten hat, von allen Aufgaben entbunden zu werden. Diese Bitte wurde akzeptiert, sodass Martin Lenz, Vorsitzender der Geschäftsführung, Torsten Waack, Marketing-Chef bei Neckermann und Bernhard Dopf, verantwortlich für IT und Finanzen, nur noch im Amt bleiben, bis Nachfolger für ihre Positionen gefunden sind. Hintergrund des Rücktritts ist ein gescheiterter Management Buy-out.

  1. ↑ Unternehmensdaten
  2. ↑ Trennung von Neckermann
  3. ↑ http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/679/427435/text/
  4. Bei Neckermann tritt die gesamte Führung zurück, Artikel im Handelsblatt vom 2. Dezember 2008, abgerufen am 3. Dezember 2008

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Neckermann (Versandhandel) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.