Das Warschauer Königsschloss (polnisch: Zamek Królewski w Warszawie) geht auf ein befestigtes Holzgebäude mit einem Wehrturm der Herzöge von Masowien aus dem 13./14. Jahrhundert zurück, wobei der Schlosshügel bereits seit über 8.000 Jahren dauerhaft bewohnt wird. Zwei größere Gebäude im gotischen Stil (Dwór Wielki, Dwór Mniejszy) entstanden im 15. Jahrhundert. Von diesen Bauteilen konnten sich gotische Mauern am Südflügel des Innenhofs sowie die Schlosskeller erhalten, die beim Wiederaufbau rekonstruiert wurden. Um 1400 wurden die Schlossgärten zwischen Schloss und Weichsel geschaffen und im 16. Jahrhundert von König Zygmunt II. August im Renaissancestil angelegt. Nachdem Warschau in der Lubliner Union zur ständigen Tagungsstätte des Sejm bestimmt worden war, entstand in den Jahren 1570/1571 ein neues königliches Hauptgebäude im Renaissancestil nach den Entwürfen Battista Quadros. König Sigismund III. verlegte im Jahre 1596 die Hauptstadt Polen-Litauens von Krakau nach Warschau und ließ zwischen 1598 und 1619 ein neues fünfeckiges Schloss errichten, das von den Architekten Giovanni Trevano, Matteo Castelli und Giacomo Rodondo im Stil des Barock ausgeführt wurde. Sigismunds Sohn Wladislaus IV. Wasa ließ an der Gartenseite eine Loggia-Galerie und den nach ihm benannten Władysławowska-Turm im Innenhof errichten. Dieser wurde 1637–1643 nach dem Entwurf von Constantino Tencalla angebaut. Im 18. Jahrhunderts wurde das Königsschloss mehrfach umgebaut. Unter dem Wettiner, König August III. wurde 1737–1746 zur Weichselseite ein Rokokoflügel errichtet, der über die barocken Schlossgärten ragte. Der Entwurf stammte von Gaetano Chiaveri. Besondere Verdienste um das Schloss hat sich König Stanislaus II. August erworben. Er ließ 1765–1771 das Schloss um den Südflügel von Jakob Fontana ausbauen. Damals wurde im Schloss auch eine Malerwerkstatt eingerichtet, die von Bacciarelli geführt wurde. Er selbst fertigte für das kostbare Marmorkabinett Herrscherporträts an. Die Innenräume des Schlosses entstammen dem klassizistischen Entwürfen von Dominik Merlini und Jan Chrystian Kamsetzer, es finden sich aber auch Elemente des Rokoko. Zu besonderen Kostbarkeiten dieser Zeit gehören das Große Königsappartement, der Hofsaal, Appartement des Fürstkammerers, der Ballsaal mit dem größten polnischen mythologischen Deckengemälde, der Senatorensaal mit dem königlichen Thron sowie eine klassizistische Statue des Chronos von Le Brun im Rittersaal, in dem sich auch sechs Historiengemälde von Bacciarello befinden, der Marmorsaal mit den Porträts der polnischen Könige von Bacciarello, die von Stanislaus II. August gestiftet wurden. Später wurden noch die Innenräume der königlichen Bibliothek 1814 von Wilhelm Heinrich Minter neu konzipiert, die heute die einzigen Originalräume der Schlossanlage sind. Am 3. Mai 1791 wurde in den Sälen des Sejm und Senat die erste europäische demokratische Verfassung verabschiedet. In diesen Sälen hängen Historiengemälde von Jan Matejko, insbesondere das Gemälde "Verabschiedung der Verfassung vom 3. Mai". Mit den Teilungen Polens verlor das Schloss 1795 endgültige all seine Funktionen als Sitz des Königs, des Sejms und des Senates. Nach der Niederschlagung des Novemberaufstandes 1831 plünderten russische Truppen das Gebäude und brachten die wertvollsten Kunstschätze nach Sankt Petersburg. Ein Teil davon wurde Polen nach dem Frieden von Riga 1921 zurückgegeben. Seit 1918 war das Schloss der Sitz des polnischen Präsidenten. Im obersten Saal wohnte in der Zwischenkriegszeit neben dem Präsidenten Gabriel Narutowicz der Anwärter für den Literaturnobelpreis Stefan Zeromski. Die Restaurierungsarbeiten endeten durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Schon im September 1939 zerstörte die deutsche Luftwaffe das Schloss durch Bombenangriffe weitgehend, nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 1944 wurde es wie große Teile der polnischen Hauptstadt auf Befehl Heinrich Himmlers planmäßig gesprengt. Unter dem kommunistischen Parteichef Edward Gierek fiel 1971 die Entscheidung zum Wiederaufbau, der sich über 17 Jahre hinzog. Vorlage für den Wiederaufbau des Schlosses wie der eigentlichen Altstadt waren aber nicht die berühmten Veduten Canalettos, die nur das Krakowskie Przedmieście illustrieren und für den Wiederaufbau dieses Teiles der historischen Innenstadt herangezogen wurden. Zwanzig dieser Gemälde befinden sich in dem Canalettosaal. In der Schlosskapelle befindet sich zur Erinnerung an das wechselvolle Schicksal des Landes eine Kapsel mit dem Herzen des Freiheitskämpfers Tadeusz Kościuszko. In einem der obersten Säle befindet sich das Zimmer der polnischen Exilregierung. Heute befindet sich im Schloss ein Museum mit einer umfangreichen Gemäldegalerie.
Der Palast unter dem Blechdach (polnisch Pałac pod Blachą) ist ein Spätbarockschloss in Warschau aus dem 17. Jahrhundert. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Königsschloss auf der Weichselböschung. Das Schloss wurde von der Magnatenfamilie Lubomirski von 1698 bis 1701 errichtet. Im 18. Jahrhundert diente es der Warschauer Freimaurerloge. Zur Zeit der Regentschaft von Stanislaus August Poniatowski wohnte sein Neffe Józef Antoni Poniatowski in dem Schloss. Das Schloss wurde 1944 nach dem Warschauer Aufstand von der Deutschen Wehrmacht zerstört. Der Wiederaufbau wurde 1948 bis 1949 nach den Ansichten von Canaletto durchgeführt.
Die Gärten des Königsschlosses sind eine Gartenanlage aus der Renaissance, die sich zwischen dem Königsschloss und der Weichsel erstreckten. Sie wurden im Barock und Klassizismus erweitert und ausgebaut. Nach der Dritten Teilung Polens verfielen sie allmählich und wurden erst wieder in der Zwischenkriegszeit restauriert. Im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht devastiert, dauert ihre Rekonstruktion bis heute.
Die Krakauer Vorstadt verläuft vom Schlossplatz, dem damaligen Krakauer Tor, bis zum Staszic-Palais. Bis etwa 1400 wurde die heutige Straße Krakauer Vorstadt Czersker Vorstadt und nach dem Bau der St.-Anna-Kirche und des Bernardinerklosters Bernardiner Vorstadt genannt. Im 16. Jahrhundert erhielt sie den heutigen Namen. Die heutige Bebauung stammt vor allem aus dem 17. Jahrhundert. Verewigt wurde die Krakauer Vorstadt in dem Roman "Lalka" (Puppe) von Boleslaw Prus, an dessen Szenen auf Tafeln an den Häusern erinnert wird, wie zum Beispiel das Geschäft "Mincel und Wokulski".