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Geografie

Die Hebalm ist ein Alm- und Waldgebiet in Österreich an der Grenze von Steiermark und Kärnten. Sie bildet einen Straßenübergang über die Koralm.

Die Hebalm liegt auf dem Höhenrücken der nördlichen Koralm. Dieses Gebirge ist ein nord-südlich verlaufender Höhenzug im Südosten der Alpen. Er hat keine ausgeprägten Gipfelprofile, sondern ruhige und sanft verlaufende Gebirgsformen. Die höchsten Erhebungen ragen nicht wesentlich über den Hauptkamm empor. Wegen seiner flachen Oberfläche wurde das Hebalmgebiet auch als Platte bezeichnet.

Die Hebalm war nie eine Verwaltungseinheit. Sie hat keine klar umschriebenen Grenzen. Das Gebiet ist ca. 13 km² groß. Im Norden liegen das Forstgut Hebalm, die Freiländer Alm und das Filzmoos, im Süden die beiden Stoffhütten mit der See Eben. Im Westen befindet sich das Schigebiet Hebalm, im Osten das Hebalmschutzhaus und das Schigebiet der Klug‑Schlepplifte.

Die Hebalm liegt in drei politischen Bezirken und fünf Gemeinden:

  • Im Bezirk Deutschlandsberg liegt der östliche Teil der Hebalm in der Gemeinde Kloster, Katastralgemeinde Klosterwinkel, und – zu einem kleinen Teil im Südosten – in der Gemeinde Osterwitz. Im Bezirk Deutschlandsberg liegen die Freiländer Alm und die Stocker Alm sowie das Hebalmschutzhaus mit den Klug-Schiliften.
  • Der Bezirk Voitsberg umfasst den nordwestlichen Teil der Hebalm in den Gemeinden Pack (Ortsteil Packwinkel) und Modriach. Im Bezirk Voitsberg liegen die Hebalmkapelle, das Forsthaus Hebalm, die ehemalige Grandner Alm und das Schigebiet Hebalm.
  • Der Bezirk Wolfsberg umfasst den westlichen Teil in Kärnten in der Gemeinde Preitenegg. Im Bezirk Wolfsberg liegen die westlichen Abhänge des des Lubach-Kogels, des Kampele-Kogels und ein kleiner Teil im Westen der See Eben.

Der Höhenzug der Koralm biegt bei der Hebalm von Nordwesten kommend nach Süden ab. Richtung Nordosten, später nach Osten, verläuft ein Seitenkamm der Koralm vom Münzer Kogel über das Schrogen-Tor, den Reinischkogel und das Mothil-Tor/den Absetzwirt zum Rosenkogel Richtung Bad Gams und Stainz.

Auf dem Koralm-Hauptkamm verläuft die Landesgrenze zwischen Steiermark und Kärnten. Im Hebalmgebiet folgt diese Grenze dem Höhenzug vom Klement Kogel im Nordwesten über den Lubach-Kogel zum Kampele-Kogel und weiter zur See Eben im Süden.

Die Hebalm liegt im Südwesten des Landschaftsschutzgebietes Pack-Reinischkogel-Rosenkogel. Östlich der Freiländer Almhütte befindet sich das Naturdenkmal Birkenkögerl.

Die Hebalm liegt mit der Koralm im Windschatten der Alpen. Wettereinflüsse aus dem Westen, wie sie im Rest Österreichs vorrangig sind (Westwindzone), dominieren auch auf der Hebalm, sind aber schwächer. Die Koralm gehört zu den Gebieten der größten durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten und Sturmhäufigkeit in Österreich. In ihrem Bereich treffen einander Einflüsse zweiter Klimazonen (Subtropen-gemäßigte Breiten). Das Klima ist vom Mittelmeergebiet beeinflusst. Es ist milder als in den nördlichen Regionen gleicher Höhenlage in Österreich und weist im Vergleich längere Schönwetterperioden (Sonnenscheindauer) auf. Störungsfronten, die bei Westwetter in Österreich Regenfälle auslösen, gelangen vielfach nicht oder nur abgeschwächt zur Hebalm.

Regen im Sommer fällt meist in Form von Gewittern oder Wolkenbrüchen/Starkregen, die rasch vorübergehen, aber sehr heftig sein können. Beim Durchzug starker Störungsfronten ist auf der Hebalm auch im Hochsommer mit kurzen Schneeschauern zu rechnen. Die Sonnenscheinphasen bewirken klare, wolkenlose Nächte, in denen es auch im Sommer sehr kühl werden kann. Da sich die Hebalm weitab von Siedlungen befindet und die Belastung durch Lichtquellen gering ist, können in solchen Nächten gute Bedingungen zur Beobachtung astronomischer Objekte herrschen.

Die Hebalm gehört zu den Gebieten Österreichs mit der höchsten Zahl an Gewittertagen im Jahr (über 50 Tage mit Gewittern). Hagel ist verhältnismäßig häufig. Das Klima des Gebietes wird als relativ starkes Reizklima bezeichnet. Das Koralmgebiet, in dem die Hebalm liegt, ist eine eigene Klimaregion.

Die Hebalm bietet einen Gebirgsübergang über die Koralm. Dieser Übergang wird von der Hebalmstraße genützt (steirische Landesstraße L 606) .

Die Straßenverbindung vermittelt einen kurzen Weg aus dem Bezirk Deutschlandsberg zur Autobahnanschlussstelle Pack der A 2 Südautobahn.

Die Strecke macht es möglich, dass auf der Kärntner Seite nicht über eine kurvenreiche steile Strecke bis ins Lavanttal gefahren werden muss, um die Autobahn zu erreichen: Das ist über die Hebalmstraße innerhalb weniger Minuten über die B 70 Packer Straße möglich. Die Strecke verläuft weitgehend in Wald und ist im Winter vor Schneeverwehungen und Stürmen geschützt. Die höchste Stelle des Straßenübergangs liegt bei 1420 m Seehöhe. Die Straße ist in den amtlichen Karten als wichtige Nebenverbindung markiert. Der nächste Übergang über die Koralm nördlich ist die Pack, südlich die Weinebene. Bis ins 18. Jahrhundert zweigte bei der Hebalmkapelle eine Straße nach Südosten über die See Eben Richtung Wolfsberg in Kärnten ab.

Der Straßenübergang auf der Almhöhe ist seit ca. 1965 asphaltiert. Die Straße hatte früher die Nr. 180 und gehörte bis zum Ausbau in den 1960er‑Jahren zu den Herausforderungen damaliger Autofahrer. Sie hatte starke Steigungen, enge Kurven und Hofdurchfahren. Mit Tieren auf der Straße, fehlenden Banketten, aber auch händisch zu öffnenden/schließenden Tore an den Almgrenzen war zu rechnen.

Die Hebalmstraße war 1860 die einzige Bezirksstraße über den Koralmzug südlich der Pack.

Zentrum der Hebalm war bis in das beginnende 20. Jahrhundert das Gebiet um die Hebalmkapelle, das Forsthaus und den alten Hebalmstall (Haltstall). Dort trafen die Transportwege aus dem Lavanttal, von der Pack und aus der Weststeiermark zusammen, dort wurden die Hebalmkirtage abgehalten. Das Gebiet westlich davon, bei den Gastronomiebetrieben des Schigebietes Hebalm (ehemaliger Steinbauerwirt, Fichtenhof usw.) wurde noch nicht zur Hebalm gerechnet, sondern zur Gemeinde Pack, Ortsteil Packwinkel-Schattseite.

Mit dem Bau des Hebalmschutzhauses in den Jahren um 1930 verlagerte sich das Zentrum nach Osten. Die Kirtage wurden bei diesem Schutzhaus abgehalten, der alte Haltstall verfiel. Hebalmkapelle und Forsthaus, in deren Umgebung auch weniger Platz vorhanden war, gerieten abseits. Die Almwirtschaft verlagerte sich zur Freiländer Almhütte, bei der auch ein neuer großer Almstall erbaut wurde.

Mit der Errichtung des Schizentrums Hebalm des Malteserordens in den Jahren nach 1970 erhielt die Hebalm ein zweites Zentrum im Nordwesten. Dort liegt einer der Ausgangspunkte der Langlaufloipen, die das gesamte Hebalmgebiet durchziehen. Eine andere Einstiegsstelle befindet sich beim Forsthaus.

Die Koralm, auf der die Hebalm liegt, ist ein emporgehobener Gebirgsteil, eine Pultscholle. Das Gebirge hat seine heutige grobe Form erst im letzten Teil der Gebirgsbildung der Alpen vor ca. 20 Mio. Jahren erhalten. Auch die nord‑südliche Erstreckung des Gebirgszuges, quer zum Verlauf der Alpen, ist darauf zurückzuführen („kontinentale Fluchtschollentektonik“).

Der Untergrund der Hebalm besteht im Wesentlichen aus Gneisglimmerschiefer. Kampelekogel, Laurakogel und Teile des Höhenzuges Richtung Süden zur See Eben sind als Granatglimmerschiefer ausgewiesen.

In diesem Gestein können Kristalle des Halbedelsteins Granat und die Minerale Staurolith und Disthen gefunden werden. Diese Minerale werden teilweise auch in Hangrutschungen oder nach Arbeiten im Gelände (Forststraßenbau usw.) zugänglich.

Die Hebalm ist für „… bemerkenswerte Funde von Bergkristall und Rauchquarz“ bekannt.

An einigen Stellen kommen Quarzgänge als Pegmatit vor. Am Südhang des Blochriegels ist mit Eklogit (Eklogitamphibolit) das dichteste aller Silikatgesteine, das an der Erdoberfläche aufgeschlossen ist, zu finden. Der Gipfel des Schwarzkogels besteht ebenfalls aus diesem Gestein.

Der Höhenzug ist wie die gesamte Koralm eingehend geologisch untersucht. Die Plattengneise des Gebietes rund um die Hebalm sind ein Schlüsselgestein dafür, die Formation des Gebirges zu diskutieren.

Das Gestein des Hebalmgebietes ist wesentlich älter als seine aktuelle Form. Das Gestein gehört zum mittelostalpinen Kristallin. Der Eklogit des Schwarzkogelgipfels wird auf bis zu eine halbe Milliarde Jahre geschätzt. Seine Entwicklung beginnt mit dem Kambrium. Einige Schichten (Sedimente mit jung-präkambrischem Sedimentationsalter) haben ein höheres Alter von ca. 800 Mio. Jahren.

Die Gesteine der Koralm und damit des Hebalmgebietes dokumentieren die Zeit vor der Entstehung der Alpen: Sie zeigen mit ihren Schiefern Ähnlichkeiten zur Böhmischen Masse nördlich der Alpen. Es handelt sich um einen verhältnismäßig starren alten Gesteinsblock, der sich als pannonische Masse in den Untergrund der ungarischen Ebene fortsetzt. Er wird teilweise von anderen Gesteinsmassen überlagert, ist aber ca. 30 km östlich von Radkersburg noch in über 4 km Tiefe unter der Erdoberfläche auffindbar.

An einigen Stellen befinden sich kleine Steinbrüche, an denen Material zum Bau von Forststraßen und Gebäuden gewonnen wurde. Einer dieser Brüche liegt wenige hundert Meter südwestlich der Hebalmkapelle.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hebalm aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.