Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
Am 18. April 1988 unterzeichneten die Gemeinden Bad Endbach und die Gemeinde Ambt Montfort in den (Niederlanden) eine Verschwisterungsurkunde.
Im Ortsteil Wommelshausen steht mit der Alten Kapelle (Marien-Kapelle) am südöstlichen Dorfeingang ein baugeschichtlich bemerkenswertes Bauwerk. Die Kapelle ist romanischen Ursprungs und wurde im 13. Jahrhundert frühgotisch umgebaut oder renoviert. Sie gilt als ein bedeutendes kulturhistorisches Bauwerk, da sie nahezu unverändert bis heute erhalten ist. Bauhölzer, die im nachweislich umgebauten Ostgiebel gefunden wurden, stammen aus dem Jahre 1268 (Fälldatum). Das heutige Bauwerk ist jedoch möglicherweise 250 bis 300 Jahre älter. Bei der bauhistorischen und archäologischen Untersuchung und Renovierung stieß man an der Südseite im Innenraum auf altes Fundamentmauerwerk, was auf ein noch älteres Vorgängerbauwerk hindeutet. Dieses könnte z.B. eine Holzkirche auf Steinfundamenten gewesen sein und möglicherweise aus der Zeit der vorbonifatischen iro-schottischen Mission stammen.
Der Grundriss der Kapelle mit dem ausgegrabenen und nachgewiesenen ehemaligen Rechteck-Chor fügt sich ganz in das Bild der Kirchen aus karolingischer Zeit, Saalbau mit Flachdecke, wie er sich bei einfachen Dorfkirchen noch bis ins 11. Jahrhundert gehalten hat. Es ist möglich, dass das Bauwerk unter dem Einfluss der Wormser Bauhütte entstanden ist, da es große Ähnlichkeit mit der allerdings größeren Magnus-Kirche (St. Andreas) in Worms aufweist. In der Region hatte das Hochstift Worms (Bistum Worms) einst viele Rechte und umfangreichen Besitz. Die Wommelshäuser Kapelle hat außerdem große Ähnlichkeit mit der geringfügig größeren, 1271 erwähnten Ev. Margarethen-Kirche in Krofdorf.
Die Kapelle ist ein annähernd rechteckiger Baukörper aus verputztem Feld- und Bruchsteinmauerwerk aus Grauwacke in reichlicher Mörtelbettung. Behauene Steine an den Ecken, Fenstern und Türen fehlen. Die Südseite befindet sich noch im originalen Zustand der Erbauungszeit. Sie hat zwei schmale hochgelegene kleine Fenster, die innen Rundbögen und außen ungewöhnlich gedrungene Spitzbögen aufweisen, was als Zeichen eines Umbaues gilt. In der Westwand befindet sich ein weiteres Fenster, das ebenso wie das einst sehr kleine Fenster in der Nordwand bei früheren Renovierungen vergrößert wurde. Die ehemalige Priesterpforte befindet sich im vorderen Teil der Südwand und ist eindeutig romanisch. Sie war vermauert und wurde bei der Renovierung wieder geöffnet. Heute ist sie der Zugang zu Kapelle. Der Haupteingang, ehemals Laieneingang, liegt auf der Nordseite unterhalb des später nochmals vergrößerten rechteckigen Fensters. Im Osten hatte die Kapelle einen rechteckigen Chor, der Anfang des 18. Jahrhunderts abgebrochen und dessen Öffnung zugemauert wurde.
Die Innenmaße des Baukörpers sind ca. 6,95 m in der Breite und ca. 10,15 m in der Länge; die Mauerstärke beträgt ca. 1,20 m. Als Grund-Baumaß lässt sich ein Fuß mit durchschnittlicher Länge von 33 cm errechnen. Allen Baumaßen liegt eine eigenartige Symbolik um die Zahl 7 zugrunde. Der Innenraum ist ein flachgedeckter Saalbau und weist eine der frühesten Emporen (Einbau 1485) der gesamten Umgebung auf. Als Glockenturm hat die Kapelle nur einen Dachreiter. Sie hatte nie einen Chorturm, wie andere Kirchen der Umgebung. Insofern ist ihre Bauform im Umkreis einzigartig.
Die Legende berichtet, dass die Kapelle über einer wundertätigen Quelle errichtet wurde. Ihr Standort an einer der tiefsten Stellen im Dorf könnte dies bestätigen. Als Marien-Kapelle soll sie vor der Reformation auch als Wallfahrtsziel gedient haben.
Nachdem 1965 eine neue Kirche eingeweiht worden war, wurde das der Zivilgemeinde gehörende Bauwerk an einen privaten Eigentümer verkauft, mit der Maßgabe es zu renovieren, was nicht geschah. Das Gebäude verfiel zunehmend, der Abriss drohte. Da nichts geschah ließ der Landkreis mehrmals Ersatzvornahmen zur Sicherung des Bauwerkes durchführen. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen empfahl daher 1988 die Enteignung des „herausragenden Kulturdenkmals“. Nach langem Streit übernahm im Oktober 1994 der Landkreis das Gebäude, ließ es bauhistorisch untersuchen und umfassend renovieren. Am 7. Mai 2000 wurde die Alte Kapelle mit einem Festakt wieder der Öffentlichkeit übergeben. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist seither Träger der Alten Kapelle, die Kirchengemeinde hat die Verwaltung und nutzt das Bauwerk u.a. auch für gottesdienstliche Zwecke.