Bad Endbach lebt heute als Kurort überwiegend vom Kurbetrieb und Tourismus. Großbetriebe- und Unternehmen sind nicht angesiedelt.
Das Kneippheilbad hat Heilanzeigen bei folgenden Erkrankungen:
- Herz-, Gefäß-, Kreislaufkrankheiten
- Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane
- Krankheiten des Verdauungssystems
- Erkrankungen des Nervensystems
Insbesondere werden in Bad Endbach auch spezielle Kompaktkuren gegen Migräne und chronischen Kopfschmerz durchgeführt, was bisher einzigartig in Deutschland ist. Insgesamt stehen für den Kurbetrieb rund 550 Betten und 14 Ärzte zur Verfügung. Im Jahr 2007 gab es mehr als 60.000 Übernachtungen im Gesundheits- und Wandertourismus. Bad Endbach bietet heute spezialisierte Angebote für Migränetherapie und Venenkur sowie Kliniknachsorge. Die Gesundheitsangebote umfassen unter anderem Schroth-Kuren, Trennkost, Trinkkuren, Aromatherapie, Unfall-Nachbehandlung, Aktivurlaub, Fitnesswoche, Rückenprogramm, Arthrose, Pauschalkuren, Kneipp-Tretanlage, Geriatrische Behandlung sowie verschiedene Wellness-Programme.
Das Gesundheitszentrum Bad Endbach wurde 1976 eröffnet und besteht heute aus dem Bewegungsbad (mit vier Becken, Saunalandschaft, vier Dampfbädern, sieben Solarien und Minigolfanlage), dem Therapiezentrum (Praxis für Krankengymnastik, Massage und Ergotherapie), dem Fitness- und Wellness-Studio „Meine Insel“ und einer Cafeteria.
Pfingstwanderwoche, Musiktage, Herbstwanderwoche, Jugendevangelisation, Kurkonzerte, Skatabende, Tanzabende, Tanztee, geführte Tageswanderungen, Rundfahrten, Videovorführungen, Schachabende, Stickkreis, „Ein Frau Theater“, Nordic Walking, Wander-Wellness-Tage von April bis Oktober und der Bad Endbacher Wandermarathon am ersten Sonntag im November
Die hügelige, bewaldete Naturlandschaft um Bad Endbach ist in idealer Weise zum Wandern geeignet. Zahlreiche gut ausgeschilderte (Rund-)Wanderwege laden dazu ein. Von verschiedenen Stellen aus gibt es herrliche Rund- und Weitblicke z. B. zum Dünsberg, zum Westerwald, bis nach Marburg und bei gutem Wetter bis zum Feldberg im Taunus oder zum Hoherodskopf im Vogelsberg. Diese Aussichtsstellen sind die Endbacher Platte (Waldgaststätte seit 2006 geschlossen), der Schönscheid bei Günterod, die Wade zwischen Wommelshausen und Endbach und vor allem die Höhen zwischen Wommelshausen und Hülshof/Dernbach, die Scheid bei Bottenhorn und der Grüne Stein (Omisseberg) bei Dernbach. Neben einem Prädikatswanderweg, dem Viertälerweg, sind 24 weitere Wanderwege vorhanden. Außerdem gibt es sechs ausgewiesene Nordic-Walking-Strecken sowie Radwege.
Auf der Bottenhorner Hochfläche, bei Hülshof und Bottenhorn, werden im Winter Langlaufloipen gespurt. In Hartenrod befindet sich ein Wintersportgebiet mit Abfahrtspiste und Skilift. Die Piste wird im Sommer von Grasskifahrern genutzt.
In den Jahren 1817 bis 1825 wurde die älteste Kunststraße von Biedenkopf über Gladenbach, Weidenhausen zur Zollbuche gebaut. Ab der Zollbuche baute man den alten Westfalenweg in Richtung Gießen zur modernen Straße aus. Er war bereits während der Herrschaft Napoleons (1796 bis 1813) streckenweise chaussiert worden.
Die wichtigste alte Straßenverbindung im Gemeindegebiet war der zwischen Marburg, Gladenbach und dem Raum Herborn/Dillenburg verlaufende Obergerichtsweg, auch Botenweg oder Amtsweg genannt, der als Talstraße angelegt, seit dem hohen Mittelalter benutzt wurde. Im Jahre 1852 wurde die Schoofponz-Brücke über die Dernbach oberhalb von Wommelshausen-Hütte im Verlauf des Obergerichtsweges nochmals erneuert. Die heutige Kreisstraße von Weidenhausen nach Hartenrod entstand erst nach 1860. In den Jahren 1878 bis 1880 kam die Straße Bottenhorn-Steinperf dazu. Zwischen 1906/07 entstand die Straße zwischen Endbach und Günterod. Von 1912 bis 1913 wurden die Straßen von Hütte über Wommelshausen nach Bottenhorn und nach Dernbach gebaut. Der preußische Staat ließ 1923 bis 1925 die Straße Günterod-Bischoffen als Notstandsarbeit für Erwerbslose bauen. Auch der Ausbau der Landstraße von Hartenrod nach Eisemroth (heute L 3050) in den Jahren 1924 bis 1926 wurde als Notstandsmaßnahme durchgeführt.
Alle Straßen hatten nur eine wassergebundene Schotterdecke, auch alle innerörtlichen Wege. Dies blieb so bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nur die Straße von Weidenhausen über Hartenrod in den Dillkreis erhielt noch vor dem Zweiten Weltkrieg eine Teerdecke. Als Decksand für das Abwalzen der wassergebundenen Schotterstraßen verwendete man den grau-grünen Sand aus den Deckschichten der Diabas- und Grünsteinbrüche. Er eignete sich ganz besonders für diesen Zweck, da er mit Wasser besprengt sehr fest wurde. Die untergeordneten direkten Ortsverbindungswege und die wenigen Feldwege vor den Flurbereinigungen waren aus heutiger Sicht nahezu alle in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand, da sie der alleinigen Obhut der Gemeinden unterlagen.
An den Rändern der „Vizinalwege“ entlang, wie die Land-und Kreisstraßen ehemals hießen, mussten die Gemeinden auf Anordnung der Regierung Obstbäume (Apfel-, Birn- oder Kirschbäume) pflanzen und unterhalten. Das Obst wurde im Herbst von den Gemeinden meistbietend versteigert. Diese Bäume wurden nach und nach gefällt, als man sie dem Straßenausbau opferte und auch für zahlreiche Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang verantwortlich machte. Oberhalb von Wommelshausen, an den Straßen nach Dernbach und Bottenhorn, standen beispielsweise sehr viele Kirschbäume, eine regelrechte Kirschbaum-Allee.
Erst 1952 bis 1956 wurde die schon so lange gewünschte Verbindung über Rachelshausen, „Landratskreuz“ nach Bottenhorn gebaut. 1961/62 verbesserte man die Linienführung der Trasse vom Landratskreuz über Dernbach nach Wommelshausen entscheidend. Durch Bad Endbach führt heute als Landstraße die von Ost nach West im Salzbödetal verlaufende L 3050 als Hauptverkehrsstraße. Über die Anbindung an die B 255 in Weidenhausen stellt sie die Verknüpfung an den überregionalen Verkehr dar. Der Straßenabschnitt von Weidenhausen nach Wommelshausen-Hütte wurde 1968/69 großzügig ausgebaut und dabei Wommelshausen-Hütte durch eine Umgehung entlastet.
Im Ortsteil Hütte zweigt die Landstraße L 3049 von der L 3050 ab und bindet die nördlich gelegenen Ortsteile Bottenhorn, Hülshof, und Wommelshausen an. Dernbach wird über die Verbindungsspange L 3049 - Landratskreuz erreicht.
Bereits im Jahre 1850 wollte die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft eine Bahnlinie von Altenhunden über Laasphe und Bottenhorn nach Gießen bauen. Die Ausführung scheiterte u.a auch am heftigen Widerstand des Bottenhorner Bürgermeisters und seines Gemeindvorstandes.
Bis zum Bau der Aar-Salzböde-Bahn lagen die nächstgelegenen Bahnhöfe in Fronhausen an der Lahn und in Dillenburg. Ab 1890 arbeitete man an der neuen Strecke, das erste Teilstück Niederwalgern-Weidenhausen konnte am 12. Mai 1894 dem Verkehr übergeben werden. Von 1898 bis 1902 wurde an der Strecke bis Herborn weitergebaut. Das Teilstück Wommelshausen bis Eisemroth war sehr aufwändig wegen der drei Viadukte bei Wommelshausen-Hütte, Endbach und in Hartenrod, sowie des 700m langen Tunnels zwischen Hartenrod und Eisemroth.
Am 24. Juli 1899 fand die Grundsteinlegung für den Salzbödeviadukt bei Endbach statt. „Zu den Ausschachtungsarbeiten hatte der Unternehmer fast nur polnische Arbeiter, wogegen zu den Maurer- und sonstigen Arbeiten fast nur italienische. Trotz der verschiedenen Sprachen, welche von den Arbeitern gesprochen wurden, ging die Arbeit bis jetzt einheitlich und ohne Störung voran“ Das Viadukt hat neun Bögen ist 175 Meter lang und 18 Meter hoch. Geplant wurde das in einer Kurve liegende Bauwerk von den Eisenbauinspektoren Hentzen und Pietig. Das Viadukt ist heute ein Wahrzeichen von Bad Endbach. In gleicher Bauweise entstand der weitere ca. 155 m lange imposante Viadukt über das Schlierbachtal in Hartenrod. Zuvor war der etwa 25m lange Viadukt bei Wommelshausen-Hütte fertiggestellt worden. Zusätzlich musste ein 700m langer Tunnel unterhalb der Wasserscheide Salzböde/Aar bzw. Lahn/Dill zwischen Hartenrod und Eisemroth gegraben werden.
Am 15. Juli 1901 wurde die Teilstrecke Weidenhausen-Hartenrod dem Verkehr übergeben. Am 1. August 1902 fuhr der erste Zug von Niederwalgern bis Herborn und verband damit das Hinterland mit dem überregionalen Schienenverkehr auf der Lahntalbahn und der Dillstrecke.
Raketenzug auf der Bahnstrecke
Am 22. März 1945 befuhr früh morgens ein 1 km langer überschwerer Zug der Wehrmacht, vom Westerwald über Herborn kommend, die Aar-Sallzböde-Bahn. Bei Bicken und Bischoffen griffen ihn amerikanische Jagdbomber an. Der mit 4 Loks bestückte Zug (zwei vorne, je eine in der Mitte und am Ende) wurde zwar beschädigt, 2 Loks fielen aus, der Zug wurde geteilt, gelangte jedoch gegen Abend komplett in den schützenden Hartenroder Tunnel, wo er auf der Ostseite ca 300 m herausragte. Der Eisenbahnbatteriezug des deutschen Artillerieregiments Z.V.901 (mot) hatte 10 komplette V2-Raketen mit Bedienungsanleitung geladen, dazu führte er die mobilen Abschußrampen mit, die Treibstofftanks, gepanzerte Mannschaftswagen, mehrere Vierlingsflaks und Munitionswaggons. 4 oder 5 Tage später, am 26 oder 27. März wurde der Zug aus dem Tunnel gezogen und gelangte über Marburg bis nach Bromskirchen wo ihn amerikanische Panzer stoppten. Die äußerst wertvolle Kriegsbeute wurde später über Amsterdam in die USA verschifft.
Die gesamte Strecke der Aar-Salzböde-Bahn wurde am 9. Juni 2001 stillgelegt und die Gleise abschnittsweise vollständig abgebaut. Eine angeregte Nachfolge-Nutzung als Draisinen-Strecke für touristische Zwecke fand auf der oberen als auch auf der örtlichen politischen Ebene keine Befürworter.
Die Gemeinde besitzt im Ortsteil Bottenhorn einen Flugplatz mit einer 525 m langen Gras-Start- und Landebahn. Er ist als Sonderlandeplatz ausgewiesen und besitzt den ICAO-Code EDGT. Betreiberin ist die Luftsportgemeinschaft Bottenhorn e. V..
Als Folge der hessischen Schulreform sollten ab 1960 die örtlichen Volksschulen zugunsten von Mittelpunktschulen aufgelöst werden. Eine neue Mittelpunktschule in Hartenrod nahm am 18. April 1966 den Unterricht auf. Die Grundschulen in Wommelshausen, Dernbach und Günterod löste man nach und nach auf. Heute gehen leider nicht alle Schüler aus der Gemeinde in die Mittelpunkt-Schule in Hartenrod, einzelne Ortsteile müssen ihre Kinder in die Schule im benachbarten Weidenhausen schicken.
Grundschulen gibt es noch in Bad Endbach (Berglandschule) und Bottenhorn (Grundschule am Lindebaum). Die Mittelpunktschule Hartenrod ist eine Grund -, Haupt- und Realschule mit Förderstufe.
In den fünf größeren Ortsteilen Bad Endbach, Bottenhorn, Günterod, Hartenrod und Wommelshausen sind Kindergärten vorhanden.