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Nachdem in Aue seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Gaswerk, ein Elektrizitätswerk und viele dezentrale Heizwerke errichtet worden sind, sind heute die Anbieter von Erdgas, Elektroenergie und Fernwärme der Stadt in den 1994 gegründeten Stadtwerken Aue zusammengefasst, deren Verwaltungssitz sich in einem denkmalgeschützten Gebäude in der Mühlstraße befindet. Das Versorgungsgebiet reicht über die Stadtgrenzen von Aue hinaus.

Seit 1955 kommt das Trinkwasser über ein Ringleitungsnetz aus der Talsperre Sosa bei Eibenstock. Das Abwasser der Stadt wurde jahrhundertelang in die Flüsse abgeleitet, erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts konnte ein größeres Klärwerk am Stadtrand in Betrieb genommen werden.

Die zunächst unbefestigten Straßen, auf denen die Waren mit Pferdefuhrwerken transportiert wurden, mussten nach der Errichtung der neuen Fabriken ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befestigt werden. Außerdem waren neue Straßen anzulegen und Brücken zu errichten. Zur Sicherung des Werkverkehrs entstand nach dem Ersten Weltkrieg ein leistungsfähiges Omnibusnetz (1927 wurden 100 Linien angegeben). Im Jahr 2008 gab es vier innerstädtische Busverbindungen und 25 Linien in andere Ortschaften. Träger des gesamten Omnibusverkehrs ist der Mittelsächsische Verkehrsverbund. Eine herausragende Rolle zur Verbesserung des Straßenverkehrs kam der 1937 fertiggestellten Bahnhofsbrücke zu, die die Folgen einer Engstelle am Bahnübergang beseitigte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten einige Straßenbaumaßnahmen, die durch den Uranbergbau notwendig wurden. In den folgenden Jahrzehnten erwiesen sich die vorhandenen Straßen für den Individual- und Lieferverkehr als ausreichend. Ab 1990/91 wurden größere Veränderungen nötig, als die Zahl privater Fahrzeuge sprunghaft anstieg, der Eisenbahngüterverkehr zurückging und sich der Einsatz von Lastkraftwagen verstärkte. Aue ist über drei Bundesstraßen, drei Staatsstraßen und zwei Kreisstraßen an das Straßennetz angeschlossen. Die aus Richtung Annaberg-Buchholz in die Stadt führende B 101 mündet im Stadtzentrum in die B 169, die Aue in nordost-westlicher Richtung quert. Die B 283 führt aus dem oberen Vogtland durch den Südwesten der Stadt und mündet am Altmarkt in die B 101. Das Zusammentreffen der Hauptverkehrswege führt zu einer erheblichen Verkehrsbelastung der Innenstadt. Die Staatsstraße S 222 beginnt an der Dr.-Otto-Nuschke-Straße und verbindet die Stadt in ostnordöstlicher Richtung mit Wolkenstein. Die Staatsstraße S 255 durchquert den Nordosten der Stadt und führt in Richtung Norden zur Anschlussstelle Hartenstein der Autobahn 72. Zur langfristigen Verbesserung der problematischen Verkehrslage sieht der 2003 aufgestellte Bundesverkehrswegeplan eine vordringliche Verlegung der B 101 in Aue (Ortskernentlastung) vor. Die Verbindung der Schwarzenberger Straße mit der Lößnitzer Straße am Fuß des Zeller Bergs mit Überquerung der Bahntrasse und der Rudolf-Breitscheid-Straße ist als Brückenbauwerk vorgesehen. Die Anbindung der B 283 soll durch Umnutzung der stillgelegten Bahntrasse nach Blauental in Höhe des Berufsschulzentrums Erdmann-Kircheis erfolgen. Diese Vorschläge sind derzeit im Abwägungsprozess. Realisierungstermine sind noch nicht festgelegt.

Der Bahnhof Aue war in der Vergangenheit ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt an den Eisenbahnstrecken Zwickau–Schwarzenberg und Chemnitz–Aue–Adorf. Die Bahnstrecke Chemnitz–Aue–Adorf wurde 1975 westlich von Aue wegen des Baues der Talsperre Eibenstock unterbrochen. Seit einigen Jahren ist auch die Reststrecke von Aue bis Blauenthal stillgelegt; die Gleise wurden abgebaut. Die Trasse soll als Muldentalradweg ausgebaut werden.

Aue ist über zwei Kursbuchstrecken (KBS), die von der Erzgebirgsbahn bedient werden, an den Schienenpersonennahverkehr angeschlossen. Die KBS 524 (Zwönitztalbahn) führt von Chemnitz über Thalheim in die Stadt und verkehrt im Zweistundentakt. Die KBS 535 führt im Stundentakt von Zwickau über Aue nach Johanngeorgenstadt. Es besteht keine direkte Anbindung an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn.

Als nach der deutschen Wiedervereinigung aus der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn die Deutsche Bahn AG (DB AG) entstand, trafen der Freistaat Sachsen und die DB AG Vereinbarungen, die Sanierungen und den teilweisen Rückbau einiger Strecken und Bahnhöfe vorsahen. Die Verträge wurden mit mehreren Millionen Mark langfristig realisiert. Es entstanden die RegioNetze, zu denen die Bahntochter Erzgebirgsbahn gehört. Der Bahnhof Aue wurde bis 2003 umfassend überholt und an die bestehenden Omnibuslinien angebunden. Nicht benötigte Einrichtungen wie das Bahnbetriebswerk Aue wurden stillgelegt.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts konnten die Einwohner in Spitälern (damals Unterkünfte für Reisende und Hilfsbedürftige), mit den Elixieren aus Apotheken und von Kräuterfrauen medizinisch behandelt werden. In katholischer Zeit behandelten Mönche die Kranken, später sorgten Bader und ab 1869 ein Allgemeinmediziner als „Armen-, Polizei- und Impfarzt“ für medizinische Hilfen. Erst als 1931 auf dem Zeller Berg ein Krankenhaus seinen Betrieb aufnahm, besserte sich die Situation deutlich. Im Zweiten Weltkrieg dienten einige Abteilungen des Krankenhauses und andere geeignete Räumlichkeiten in der Stadt als Lazarett. Ab 1945 stand neben dem Krankenhaus eine gesonderte Kinderklinik zur Verfügung, die mit einem Flüchtlingstreck aus Tilsit unterwegs gewesen war und in früheren Sanatoriumsgebäuden eingerichtet werden konnte.

Nach dem regen Zuzug von Arbeitern für den Uranbergbau ab 1946 wurden in den neu entstandenen Stadtvierteln Polikliniken eingerichtet. Das Krankenhaus, 1954 nach seinem Förderer Ernst-Scheffler-Krankenhaus benannt, in dem 1960 die erste DDR-eigene künstliche Niere Aue I entwickelt wurde und ambulante Einrichtungen (heute in Ärztehäuser umgewandelt) sichern die medizinische Betreuung der Einwohner von Aue und den Nachbarorten. 1991 wurde das Krankenhaus in Klinikum Aue umbenannt und ging 1998 in den Besitz der Helios Kliniken über. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Dresden, in dem rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich etwa 55.000 Patienten behandelt werden. 1996 erhielt das Krankenhaus einen Hubschrauberlandeplatz und neue Parkplätze. Heute stehen neben dem Helios-Klinikum 64 Arztpraxen sowie 33 Apotheken und Therapieeinrichtungen zur Verfügung (Stand 2008).

Mit der explosionsartigen industriellen Entwicklung im 19. und 20. Jahrhunderts wurden alte Wohnhäuser durch Neubauten ersetzt, die aber kaum heutigen Wohnvorstellungen entsprachen. In den 1950er Jahren begann zur Wohnraumversorgung der Beschäftigten im Uranbergbau und deren Familien eine umfangreiche Neubautätigkeit. Der heutige Stadtkern ist von einer mehrgeschossigen Karreebebauung mit einigen Lücken und Neubauten geprägt, die sich in den Randbereichen fortsetzt. An den Ausfahrtsstraßen bestimmen meist zwei- bis viergeschossige straßenbegleitende Häuser das Stadtbild. Aue verfügt über etwa 11.000 Wohneinheiten (Stand: 2007), von denen 40,8 % im Besitz der vier Großvermieter Auer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Wohnungsgenossenschaft „Wismut“ Aue/Lößnitz e.G, Wohnungsbaugenossenschaft e. G. Aue–Zelle und Gebrüder Leonhardt + Dr. Winkler Immobilien & Co KG sind, die restlichen 59,2 % sind in Privatbesitz. Etwa 83 % aller Wohneinheiten sind vermietet, die übrigen werden von den Besitzern selbst genutzt.

Der heutige Altmarkt war mit seiner Randbebauung der erste Siedlungskern des Ortes und blieb über Jahrhunderte weitgehend unverändert. Erst im 20. Jahrhundert kamen höhere Gebäude hinzu. Das frühere Rathaus direkt am Marktplatz wurde abgerissen und Pflastersteine verlegt. Auch danach wurde das Gelände mehrmals umgestaltet. Die Kosten der letzten großen Veränderung in den Jahren 2004 und 2005 wurden zu etwa zwei Dritteln vom Europäischen Fonds für Regionalentwicklung getragen. Andere Straßen und Plätze wie der Anton-Günther-Platz und der Schillerplatz wurden nach 1990 ebenfalls neu hergerichtet.

Brücken spielen in Aue sowohl für die Verkehrsleitung als auch für das Zusammenwachsen der Stadtviertel eine wichtige Rolle. Jahrhundertelang gab es nur zwei Holzbrücken, die die Flüsse Zwickauer Mulde und Schwarzwasser überquerten und als stadtbestimmend in das Wappen aufgenommen wurden. Heute existieren in Aue etwa 60 Brücken verschiedener Größen. Davon verbinden 22 die Ufer der Zwickauer Mulde innerhalb des Stadtgebietes. Acht Brücken führen über das Schwarzwasser, 30 Brücken überqueren die kleinen Bachläufe (Alberodaer Bach, Lößnitzbach, Zschorlaubach, Lumpichbach und Floßgraben), acht dienen dem Eisenbahnverkehr. Aue trägt den Beinamen Stadt der Brücken.

Die Bahnhofsbrücke gilt wegen ihrer Bauweise in Spannbeton als architektonisch besonders wertvoll. Andere Brücken tragen bescheidenen Schmuck, darunter die Schul- und die Schillerbrücke. Die meisten Brücken der Stadt wurden nach der Wende saniert und fügen sich unauffällig in das Stadtbild ein. Die Lößnitztalbrücke, über die die Staatsstraße 255 zur Autobahn 72 führt, wurde von 2004 bis 2006 neu errichtet.

Das 1963 im Kulturhaus Aue gebildete Erzgebirgsensemble Aue wurde nach der politischen Wende durch das Engagement der dort beschäftigten Künstler erhalten und führt die Traditionen des mundartlichen Gesangs und der bergmännischen Musik fort. Das Kulturhaus besitzt Konzert- und Theatersäle und beherbergt eine Musikschule, das Erzgebirgische Sinfonieorchester, den Blema-Chor und das Tanzorchester Aue. Es steht unter Denkmalschutz und wurde mit dem Museum Schloss Schwarzenberg im Jahr 2000 zum Kulturzentrum des Landkreises Aue-Schwarzenberg zusammengefasst.

Ein 1876 in Zelle gegründeter Heimat- und Wanderverein zur Pflege erzgebirgischen Kulturgutes, zur Förderung des Heimatgedankens und der Wanderbewegung sowie des Naturschutzes mit einigen örtlichen Zweigvereinen war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aktiv. Nachdem 1955 ehemalige Erzgebirger in der Bundesrepublik den Erzgebirgsverein neu gegründet hatten, wurde die Vereinstätigkeit 1990 in Zschorlau mit einer ähnlichen Zielstellung wie 1876 wieder aufgenommen. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung legte der Verein 1996 einen Kulturlehrpfad an, der die bergbaulichen Einrichtungen Museum, Vestenburger Stollen und Weißerdenzeche verbindet. Die 1886 von dem Verein für naturgemäße Gesundheitspflege und arzneilose Heilkunst für Aue und Umgebung eingerichteten 76 Schrebergärten auf dem Eichert bestehen noch. Nach dem Zusammenbruch der DDR entstanden weitere Kultur-, Sozial- und Sportvereine, u. a. der Förderverein Klösterlein Zelle. In Aue sind mehr als 150 Vereine aktiv (Stand: 2008).

Die Bibliothek der Stadt, 1879 gegründet, befindet sich nach mehreren Umzügen und Bestandserweiterungen am Schillerplatz und verfügt über einen Gesamtbestand von 27.500 Einheiten. Im Bürgerhaus Aue am Postplatz gibt es seit 1990 eine von Mitgliedern der kirchlichen Umweltgruppe Ökopax gegründete Umweltbibliothek, deren Träger seit 1996 die Grüne Liga Sachsen ist.

Die historisch entstandenen Schulen im Stadtzentrum und in den äußeren Ortsteilen wurden den jeweiligen Erfordernissen in der Organisation und in der Ausstattung angepasst. 2008 bestanden im Auer Stadtgebiet sieben Grund-, Mittelschulen und Gymnasien, drei Förderschulen, jeweils eine Berufs-, Fach-, Musik- und Volkshochschule und mehrere Aus- und Weiterbildungsinstitute.

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